Sonntag, 11. März 2012

Schreckfarben - Auf keinen Fall für Ö.



Es gibt Farben, die möglicherweise in bestimmten Zusammenhängen, angenehm seien mögen, wenn sie zum Beispiel auf Blütenblättern, Schmetterlingsflügeln oder in Kinderzeichnungen auftauchen. Aber ansonsten verweigert mein Auge sich ihnen.

Eine meiner verbissensten und dümmsten Lehrerinnen trug bevorzugt selbstgestrickte Pullover in Lachsrosa über einem beängstigend mächtigen Busen! 
Zitronengelb, wenn nicht einer Zitrone zugehörig, läßt die meisten Kaukasier aussehen, als sei Erbrechen, noch das Harmloseste, was man von ihnen demnächst erwarten könnte.
GST-Trainingsanzugs-Kackbraun, desgleichen FDJ-Blau und das blasse Aubergine der Haarspülungen von SED-Damen eines bestimmten Alters. Lebenslänglich unangenehm besetzt, Auge folgt Herz.
Mintgrün kann nichts dafür, dass ich mit ihm die Kacheln öffentlicher Toiletten assoziiere, aber ich auch nicht.
Und pastellfarbene Windjacken, ist es die Jackenform oder die Bläßlichkeit der Farben, kaum noch Farbe zu nennen, ersterbend, asthmatisch, als ächzten sie: "Wir haben auch mal buntere Tage gesehn"?
Oder Neongrün, kein noch so trainierter Körper kann einen Leotard, oder wie man windschnittige Fahrradkleidung sonst nennen mag, tragen, ohne sich in meinem Hirn in chemikalisch durchtränkten Wackelpudding zu verwandeln.
Erinnert ihr euch an das Rosa und Lila der pflanzenfreundlichen Neonbeleuchtung, die so manches DDR-Neubaufenster zierten?
Überhaupt, gibt es ein Geheimkommando, dass einen großen Prozentsatz der Menschen, die die 60 überschritten haben, einfängt, sie gehirnwäscht und dadurch dazu bringt/zwingt, sich Dauerwellen und knickrige, mäklige Farben anzutun. Wenn schon alt, dann auch richtig unkleidsam? 


 Zitronengelb

 Lachsrosa

Mintgrün

FDJ - Blau

???

Kommentare:

  1. Das FDJ Blau find ich schön. Ist aber auch nicht fremd besetzt. Ich hatte eine sehr geile Jacke in genau den Farben. Blau, gelb (na gut, das war schöner, wärmer) und mit goldenen Knöpfen. Militarymäßig. Oder Spielmannszug. Ist ja irgendwo das Gleiche. Und die war echt schick. So.
    Mit dem Hintergrundpink hat sowieso kaum eine Farbe eine Chance. Und die Strassenfegerjacken in Orange mag ich auch. Obgleich ich sie nicht trage.
    Mintgrün ist einfach noch nicht ausgereizt. Ist so alt besetzt.
    Und was die Menschen ab sechzig angeht: Ich finde es auch erstaunlich daß man offenbar alle Lippenstifte und Schminke weggenommen bekommt und auch die Zigaretten. Wo es doch immer egaler wird. Ich fange dann spätestens wieder richtig an zu rauchen und übe, nicht einzuschlafen dabei und schminke mir die Lippen ganz rot und ganz viel Wimperntusche und nur noch Whiskey. Ach, das wird schön. Ich fang am Besten gleich damit an. Jo.

    AntwortenLöschen
  2. Ist doch verrückt, dass Farben im Kopf nicht nur mit den Menschen zu haben, die man mit ihnen verbindet, sondern auch mit der Ost- oder Westzeit, in der wir aufgewachsenen sind.
    Mintgrün ist für mich die stumpfe Farbe der Endlosmauern um sowjetische Militärobjekte. Da wurde Russengrün mit sehr viel Schlämmkreide verlängert.
    Und die Bezeichnung für die rosalila Neonfenster war wirklich Hawaiifenster. Im Osten, wo Hawaii so weit weg war wie der Mond!
    Die Quietschfarben der Beatlezeit fanden wir bei Euch toll, die gleichen im Jugendmodeladen "Sonnidee" unmöglich.

    AntwortenLöschen