Donnerstag, 29. März 2012

Lola Montez - Teil 1


"Was Lola will, kriegt Lola auch." 
"Whatever Lola wants, Lola gets." 

Elizabeth Rosanna Gilbert begehrt, berühmt und berüchtigt unter dem Namen Lola Montez - viele Einzelheiten ihres Lebens blieben jahrelang umstritten und auch sie selbst hat die eigene Geschichte ausgeschmückt, repariert und zurechtgezupft.
Noch immer ziehen viele den Mythos der wahren Geschichte vor, und dabei ist diese doch schon phantastisch genug.

 Lola Montez, 1847, gemalt von Joseph Karl Stieler für Ludwig I.

1821 in Grange, County Sligo, Irland, als Kind eines Offiziers und der Tochter eines Richters und ehemaligen Parlamentsmitgliedes geboren. Die Gerüchte über ihre Unehelichkeit sind nachweisbar falsch. Aufgewachsen in Indien, der Vater stirbt bald, das "wilde" Kind wird vom Stiefvater nach England in die Schule geschickt, früh und ohne Zustimmung der Eltern verheiratet sie sich mit einem Leutnant James, die beiden gehen nach Kalkutta und trennen sich 5 Jahre später.

Die Kleine soll ungewöhnlich hübsch, frech, eigensinnig und schnell erzürnt gewesen sein und hat gern Leuten Streiche gespielt. So weit, so gut.

Aber jetzt: 1843 tritt sie in London unter ihrem Künstlernamen "Lola Montez, die spanische Tänzerin" auf, wird aber als Mrs. James erkannt, es kommt zum Skandal, sie verläßt England und bereist ihren berühmten "Tarantulatanz" tanzend den Kontinent. Affairen mit Franz Liszt und Alexander Dumas, dem Älteren und wahrscheinlich einigen anderen Wohltätern folgen. Sie lebt eine Weile in Paris, nachdem ihr dortiger Liebhaber im Duell stirbt, geht sie 1846 nach München unter dem noch blumigeren Namen Señora Maria de los Dolores Porris y Montez und wird nahezu sofort die Geliebte des sechzigjährigen Bayernkönigs Ludwig I., der sie bald darauf zur Gräfin von Landsfeld ernennt. Er schreibt an einen Freund: "„Eßlust und Schlaf verlor ich zum Teil, fiebrig heiß wallte mein Blut, in des Himmels Höhen hob es mich, meine Gedanken wurden reiner, ich wurde besser.“ Ihr Ersuchen um die bayrische Staatsbürgerschaft erzürnt das Kabinett, alle Minister ersuchen aus Protest um ihre Entlassung und - werden von Ludwig entlassen, ein neues Kabinett wird gebildet. Lola erhält Unsummen vom König und wird in sein Testament aufgenommen, sollte sie zum Zeitpunkt seines Ablebens unverheiratet und nicht Witwe sein. Sie nutzt ihren Einfluß aber auch für eine Liberalisierung Bayerns und gegen den Einfluss der Jesuiten.

Lola ???
Wiki sagt: Lola Montez war bei der Münchner Bevölkerung sehr unbeliebt. Sie löste einen Skandal nach dem anderen aus, wenn sie mit ihrer Dogge Turk Zigarre rauchend durch München zog. Lola, der der Gedanke einer studentischen Leibgarde gefiel, gelang es, den Senior und weitere Corpsburschen des Corps Palatia München dazu zu bringen, sich ihr unter dem neuen Corps-Namen Alemannia anzuschließen. Zum Corps-Studenten Peissner nahm sie bald ein sexuelles Verhältnis auf. Ihr Verhalten verursachte einigen Ärger in der Studentenschaft, so dass schließlich alle anderen Münchener Corps (Suevia, Palatia, Bavaria, Isaria) die Alemannia anfeindeten. Professoren und hohe Beamte wurden entlassen. Als sie schließlich von einer aufgebrachten Menge auf dem Theatinerplatz erkannt wurde, kam es zu Handgreiflichkeiten, und sie flüchtete sich in die Theatinerkirche. Daraufhin verordnete Ludwig I. am 9. Februar 1848 die sofortige Schließung der Universität bis zum Wintersemester 1848/49 und befahl allen Studenten, die Stadt binnen drei Tagen zu verlassen. Am 10. Februar 1848 zogen Studenten und andere Bürger vor die Residenz, und es kam zu Unruhen in der Stadt.
Nach heftigem Protest der Geschäftsleute, Vermieter und Bürger wurde die Universität einen Tag später wieder geöffnet und es erging der Befehl, dass Gräfin Landsfeld die Stadt binnen einer Stunde zu verlassen habe.
 
 Eduard Fuchs “Ein vormärzliches Tanzidyll"
 
Grandioses Drama! Herrlich. Sie raucht in der Öffentlichkeit Zigarre (Streng verboten natürlich!), schlägt aufdringliche Männer mit einer Peitsche, die sie stets bei sich hat, ins Gesicht, ist für ihre Wutausbrüche und ihren sexuellen Appetit bekannt. Liszt soll sie so erschöpft haben, dass er heinlich nachts aus dem gemeinsamen Hotel floh und an der Rezeption Geld für die Möbel, die sie erwartungsgemäß zertrümmern würde, hinterließ.
 
Duelle, Kabinette gestürzt, Universitätsbetrieb eingestellt und Ludwig I. muß zurücktreten (sicher nicht nur wegen Lola) und schreibt Gedichte! 
 
Nach einem Aufenthalt in der Schweiz, wo sie auf Wiedervereinigung mit dem König wartet und in Briefen um Geld bettelt, zieht sie 1848 wieder nach London und erst nachdem sie dort wieder geheiratet hatte, beendet Ludwig endgültig die Beziehung.


1 Kommentar:

  1. In einem Film müsste sie von Sophie Rois gespielt werden.

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