Mittwoch, 7. März 2012

ORANGE


ORANGE

GRIMM SAGT:

orange, adj. und n. pomeranzengelb, adjectivische verwendung des vorigen, da das franz. orange auch pomeranzenfarbe bedeutet.

Egon Schiele, Mädchen in Orange 1910

WIKI SAGT:

Orange ist der Farbreiz, der wahrgenommen wird, wenn Licht mit einer spektralen Verteilung ins Auge fällt, bei dem Wellenlängen überwiegend zwischen 575 und 595 nm liegen. Licht mit dieser Eigenschaft kann auch als Körperfarbe remittiert sein.

Die Farbe Orange wurde nach der Zitrusfrucht benannt. Der Zwischenton von Gelb zu Rot ist mithin erst mit allgemeiner Verbreitung der Südfrucht zum anerkannten Farbnamen geworden. Goethe schreibt an seinen Farbkreis gelbroth und rothgelb und bezeichnet die Wirkung als „edel“. Auch kennt er noch das ältere deutsche Wort für die Farbe Orange: kreß, das sich von der Farbe der Kapuzinerkresse herleitet.
Beim Adjektiv „orange“ werden im Deutschen neben der undeklinierten Form und Umschreibungen wie orangefarben mittlerweile auch die deklinierten akzeptiert. So etwa bei: ein oranger/orangefarbener Hut, eine orange/orangefarbene Mütze, ein oranges/orangefarbenes Hemd. Umgangssprachlich sind die gebeugten Formen verbreitet, dies gilt in der Schriftsprache aber als nicht korrekt.

Mary, Princess Royal and Princess of Orange 
Bartholomeus van der Helst, 1652
 
DAS XV. SONETT

Wartet..., das schmeckt... Schon ists auf der Flucht
.... Wenig Musik nur, ein Stampfen, ein Summen -:
Mädchen, ihr warmen, Mädchen, ihr stummen,
tanzt den Geschmack der erfahrenen Frucht!

Tanzt die Orange. Wer kann sie vergessen,

wie sie, ertrinkend in sich, sich wehrt
wider ihr Süßsein. Ihr habt sie besessen.
Sie hat sich köstlich zu euch bekehrt.

Tanzt die Orange. Die wärmere Landschaft,

werft sie aus euch, dass die reife erstrahle
in Lüften der Heimat! Erglühte, enthüllt

Düfte um Düfte. Schafft die Verwandtschaft

mit der reinen, sich weigernden Schale,
mit dem Saft, der die Glückliche füllt!

Rainer Maria Rilke


ORANGE 
 
 Im Straßenverkehr WARNFARBE und Gefahrengutmarkierung
Im BUDDHISMUS - Farbe der Mönchskleidung
Die Farbe des Irischen Protestantismus - Des ORANIER ORDENS
und Des Niederländische Königshauses von ORANIEN 
DIE ORANGE, hieß vormals Oranienapfel
"Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn
im dunklen Laub die Goldorangen glühn..." J. W. von GOETHE 

 Abraham Mignon (1640-1679)

AN EINE ORANGE

Herrliche Frucht,
im Haine
behutsam gereift.
Von Sonne und Südwind
tausendmal überküßt,
gerötet, gegoldet.
Duftend und schwer
ruhst du in meiner Hand.

Wieviel Sonnenküsse,

wieviel Regenschauer,
wieviel Vollmondschein,
welch ein großes warmes Land
halte ich mit Dir,
Vollkommene!
in meiner kleinen
gewölbten Hand.

Francisca Stoecklin



Orangenmarmelade nach Nigel Slater

Für ca. 5 Gläser:
12 Bio- oder unbehandelte Bittere Orangen
2 Bio oder unbehandelte Zitronen
1.25kg unraffinierter Kristallzucker
Material: kleines, scharfes Messer, ca. 7 Liter Kochtopf, Musselin-Tuch, diverse Schüssel, Moulinette, saubere Schraubgläser, die neben den Deckeln, kurz vor dem Einfüllen 5 Minuten bei 110°C im Backofen sterilisiert werden, passender Trichter, Schöpflöffel
Tag 1:
Mit einem kleinen, besonders scharfen Küchenmesser, das Obst von oben nach unten vier mal einschneiden, ohne das Fruchtfleisch durch zu stechen, um die Haut leichter in vier Vierteln entfernen zu können. Je nach Geschmack und Geschick wird mehr oder weniger vom weißen Teil mit der Schale entfernt.

Die einzelnen Viertel der Schale in feine Streifen schneiden (oder dickere Streifen, wenn man die Textur „chunky“ mag).

Jede Orange und Zitrone pressen, und den Saft in einem Krug zur Seite stellen. Zur Information: Ich hatte hier ca. 0,7 Liter Saft. Alle Orangenwände, Kerne, nicht in Streifen geschnittene Schalen – also alles was nicht Saft und nicht Schalenstreifen ist – auch aufbewahren!
Den Saft bis zu 4 Liter mit kaltem Wasser komplettieren, und in eine Schüssel mit den Schalenstreifen geben. Den reservierten Orangenmark, Kerne, usw. in das Stofftuch geben, das Tuch binden und unter den Saft tauchen. Über Nacht in einem kühlen Ort ziehen lassen.


Tag 2:
Am nächsten Tag, den Saft und die Schalenstreifen in einem großen Kochtopf geben, und das gefüllte Tuch unter den Saft legen. Zum Kochen bringen, dann die Hitze reduzieren, so dass die Flüssigkeit munter weiterköchelt. Dieser Schritt ist fertig, wenn die Schale total weich und durchscheinend ist. Das kann zwischen 40 Minuten und gute 1,5 Stunden dauern, je nachdem, wie dick die Schale geschnitten wurde.
Sobald die Frucht bereit ist, das Musselintuch entfernen und in eine Schüssel lassen, bis es kühl genug zu handhaben ist. Den Zucker in den Topf geben und die Marmelade zu kochen bringen. Jedes Bisschen Saft, das es gibt, aus dem Beutel herauspressen, und das Ergebnis (fünf großen Esslöffel) in die Saftmischung gegeben.

Den Schaum abschöpfen, der auf der Oberfläche gebildet wird, sonst wird die Marmelade wolkig. Zunächst 15 Minuten auf starke „Flamme“ kochen lassen. Ein Esslöffel der Marmelade auf einen Teller geben und den Teller ein paar Minuten in den Kühlschrank legen. Wenn sich eine Haut bildet, ist die Marmelade gekocht, ansonsten alle 10 Minuten prüfen, bis es soweit ist.

Mit dem Schöpflöffel und den Trichter in die sterilisierten Gläser geben. Gut verschließen und die Gläser umdrehen, bis die Marmelade gekühlt ist.
 

Kommentare:

  1. Von den warmen Farben scheint mir ORANGE die weichste. Selbst strahlendes südliches ORANGE zeigt noch ein wenig Milde.

    Und dann ist da manchmal die riesige MONDORANGE über einer schwarzen Waldlinie. Das ist beinahe wie ein Sog in eine Entrückung.

    Der Himmel kann alle Farbtöne zaubern, selbst die unglaublichsten ORANGE und TÜRKIS und LILA. Und alle Übergänge und Trennungen und Kombinationen sind wunderbar.

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  2. Ende der siebziger, Anfang der Achtziger war die Hare Krishna Bewegung denn auch in Berlin (West) angekommen, da gab es viele, orange gekleidete Menschen mit einer Holzkette um den Hals. Alle etwas bis sehr entrückt. Und sehr Orange. Mein Englischlehrer war so einer. Ich glaube, es war dann verboten, zumindest als Lehrer, das so herauszustellen. Er ging dann in vielen Farben. Und hat, als wir Klausur geschrieben haben, meditiert. Und gelächelt, wenn wir getuschelt, Vokabeln ausgetauscht, abgeschrieben und über die Aufgabe geredet haben. Der war toll. Hat mich immer Sailor Girl genannt. Wegen der Mütze. Das mit den Orangenen Menschen hat sich irgendwie erledigt. Hatte so einen Anruch von Sekte. Die waren immer so selig singend völlig entrückt. Was ist aus denen eigentlich geworden?

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  3. Hare Krishna- Hare Lama - George Harrison hat da auch ein Lied geschrieben.
    No eating of meat (including fish) or eggs
    No illicit sex
    No gambling
    No intoxication (including alcohol, caffeine, tobacco and other recreational drugs).
    Manche sagen, es sei ein Kult?

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  4. Sonja Hilberger9. März 2012 um 15:35

    Nix für mich jedenfalls. Auch wenns selig macht. Das ohne Fleisch würd ich noch hinkriegen.

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