Mittwoch, 25. Mai 2011

Francisco de Goya - The Dog - Der Hund


Zwischen 1819 und 1823, im Alter von 73 Jahren, nachdem er zwei sehr schwere Krankheiten überstanden hatte, in deren Folge er taub geworden war, malte Goya 14 Bilder mit Ölfarbe direkt auf die Wände seines Hauses. Das Haus hieß Quinta del Sordo oder Landhaus des Tauben. Die Bilder nennt man die die Schwarzen Bilder und sie hängen heute in Madrid im Keller des Prado.
Ich saß, völlig erschlagen auf dem Fußboden und starrte auf den ersaufenden Hund, als eine deutsche Reisegruppe den Saal betrat und der stark sächselnde Reiseführer laut verkündete: "Bei diesen Bildern, läuft es mir jedesmal, eiskalt den Rücken runter." Stimmt.

Für den "Lohndrücker" am Deutschen Theater hatte Heiner Müller ein anderes dieser Bilder gewählt, den "Kampf mit Knüppeln", obwohl er es immer den Kampf der zwei Brüder nannte.




Wie traurig muss jemand sein, um so etwas zu malen. Und doch, er malt. Alt, krank, taub und malt mit Farben auf die Wand.
Gestern ist Fritz Schedewy, Schauspieler, 68, inmitten einer Lesung, an einem Herzinfarkt gestorben. Ich habe ihn nicht gekannt, gute Reise!

Kommentare:

  1. Goya, armer Hund.
    Die doppelte Sicht berührt. Der arme Hund hofft noch mit Bettelblick, den Betrachter erschreckt die Ausweglosigkeit.

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  2. Alexander Höchst26. Mai 2011 um 00:22

    Der Hund steckt bis zum Hals im Sand. Er versucht seinen Kopf draußen zu halten.  Was angesichts des bevorstehenden Anstiegs, nicht lange zu schaffen sein dürfte. Er wird bald untergehen. Ihm wird auch das schwache Licht im Hintergrund nicht helfen können. Seine Augen sind auf einen Punkt gerichtet. Etwas Dunkles  schwebt über der Szene... 
    Die beiden Männer stecken bis zu den Knien im Schlamm. Oder sind es Riesen, die im Talnebel stecken und alles darunter niedertrampeln. Sind das Sterbliche... Sie peilen mit ihren Schlägern den Kopf ihres Gegenübers an. Sie greifen beide an. Wenn sie ihren Schlag vollenden, wird es keinen Sieger geben.  Hinter den Bergen zieht ein Unwetter auf. Ein starkes Licht lockt von dort.
    Der Maler tut was er kann, er malt. Kann die Schlagbewegung noch abgebrochen werden... Steht auf der Anhöhe der Retter des Hundes...

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  3. Die Gesichter sind nur angedeutet, aber Verzweiflung bzw. Wut und Hass sind zu erkennen. Fast körperlich spürbar. Genial. Es berührt so stark; ich möchte mich abwenden, kann es aber andererseits nur sehr schwer.

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