Samstag, 17. September 2011

Hermann Hesse war auch Raucher

 
Verfrühter Herbst

Schon riecht es scharf nach angewelkten Blättern
Kornfelder stehen leer und ohne Blick;
Wir wissen: eines von den nächsten Wettern
Bricht unserm müden Sommer das Genick.

Die Ginsterschoten knistern. Plötzlich wird
Uns all das fern und sagenhaft erscheinen,
Was heut wir in der Hand zu halten meinen,
Und jede Blume wunderbar verirrt.

Bang wächst ein Wunsch in der erschreckten Seele:
Daß sie nicht allzu sehr am Dasein klebe,
Daß sie das Welken wie ein Baum erlebe,
Daß Fest und Farbe ihrem Herbst nicht fehle.



September

D
er Garten trauert,
kühl sinkt in die Blumen der Regen.
Der Sommer schauert
still seinem Ende entgegen.

Golden tropft Blatt um Blatt
nieder vom hohen Akazienbaum.
Sommer lächelt erstaunt und matt
in den sterbenden Gartentraum.

Lange noch bei den Rosen
bleibt er stehn, sehnt sich nach Ruh,
langsam tut er
die müdgeword'nen Augen zu.







Kommentare:

  1. Stimmungen, ha! Außerdem riechen angewelkte Blätter nicht scharf. Und heute hopst der gehende Sommer mit dem kommenden Herbst, ha!

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  2. Rauchte er seinem Herbst entgegen oder rauchte er seinen Herbst herbei? Rauchte er, weil der Herbst hereinbrach oder rauchte er, den Herbst gründlich zu entduften? Rauchte er, die Jahreszeiten zu verbinden oder rauchte er aus Sehnsucht nach der Ofenbank? Rauchte er, den Sommer wegzublasen oder rauchte er, weil er rauchen sehr zu brauchen glaubte? Der weiße Rauch der ungezählten Zigaretten nahm die Antwort mit sich in das weite Wolkenland.

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