Montag, 10. Oktober 2011

Mein Herz

Ich habe heute mein Herz gesehen. 

Und es sah wundersam aus. Viel zarter, als ich erwartet hätte. Wie eine Alraunenwurzel mit zwei Armen, die unentwegt auf und nieder schlagen. Die Arme wären die Herzklappen.


Wiki sagt: Das Herz pumpt in Ruhe etwa das gesamte Blutvolumen des Körpers einmal pro Minute durch den Kreislauf, das sind etwa fünf Liter pro Minute. Bei körperlicher Belastung kann die Pumpleistung etwa auf das Fünffache gesteigert werden...
Die Herzfrequenz (Schläge/Minute) beträgt in Ruhe 50–80/min (bei Neugeborenen über 120–160) und kann unter Belastung auf über 200/min ansteigen. 


Das heißt: bei circa 80 Schlägen in der Minute, wären es 4800 in der Stunde, 115 200 am Tag, 42 048 000 im Jahr und demnach, bei meinem Alter von 53 Jahren:
etwa 2 228 544 000 Schläge
seit meiner Geburt, und davor hat es ja auch schon eine Weile gearbeitet. Und manchmal habe ich mich aufgeregt und öfter war ich erregt, und gerannt bin ich und Treppen gestiegen, und mein Herz immer dabei. Und geliebt habe ich auch, ich habe es ihm wohl nicht leicht gemacht. Und natürlich das Rauchen noch dazu! Und bis heute habe ich nicht einmal wirklich begriffen, wie sehr es das Zentrum aller meiner Taten ist, und nicht nur das mechanische.

Unglaublich!

Besonders, wenn man bedenkt, wie oft man Waschmaschinen, Fernseher oder Computer zur Reparatur bringen muß oder einfach, wenn kaputt, entsorgt. Und dieses kleine pumpende Ding arbeitet ohne Pause durch. Jahr für Jahr, Kammer öffnen, Blut rein, Kammer zu, zusammenziehen, Kammer öffnen, Blut raus, und, und, und.......................................

Es war eine Ultraschalluntersuchung bei einem sehr vergnüglichen Arzt, der mir geduldig alles gezeigt und beschrieben hat. Und es war wie eine Reise ins eigene Innere.


Mandragora oder Alraune


HERBSTHAUCH

Herz, nun so alt und noch immer nicht klug,
Hoffst du von Tagen zu Tagen,
Was dir der blühende Frühling nicht trug,
Werde der Herbst dir noch tragen!

Läßt doch der spielende Wind nicht vom Strauch,
Immer zu schmeicheln, zu kosen.
Rosen entfaltet am Morgen sein Hauch,
Abends verstreut er die Rosen.

Läßt doch der spielende Wind nicht vom Strauch,
Bis er ihn völlig gelichtet.
Alles, o Herz, ist ein Wind und ein Hauch,
Was wir geliebt und gedichtet. 

Friedrich Rückert

Kommentare:

  1. Gott bewahre die Menschheit davor, dass die Herzen in den Warenkreislauf geraten! Dann würden sie auch nur ein bis zwei Jahre halten...

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  2. Burkhard Ritter
    Der Alraunenwurzel werden ja Heilkräfte zugeschrieben. Also sind Herz und Wurzel lebensnotwendig.

    Olaf Aron Brühl
    ‎... NUR wenn die Wurzel mitternachts unter einem frisch Erhängten gefunden und ausgegraben wird (sie muß von seinerm letzten Sperma befruchtet sein) ...

    Pascal von Wroblewsky http://www.youtube.com/watch?v=sQA-lvcl44s

    Alraune Brigitte Helm 1930 mit Albert Bassermann

    www.youtube.com

    ‎1930, Deutschland Diese Geschichte ist längst keine Zukunftsmusik mehr: Eine Prostituierte wird von einem Forscher künstlich mit dem Samen eines gehenkten Mö...

    Burkhard Ritter
    die aus dem Samen eines Mörders gezeugt wird und die Männer in den Tod treibt...http://www.welt.de/kultur/article1810402/Brigitte_Helm_Vamp_und_Maschinenmensch.html

    Brigitte Helm, Vamp und Maschinenmensch

    www.welt.de

    Sie war der Abgrund des Bösen und das Antlitz der Heiligen: Brigitte Helm. Keine wurde in der Weimarer Republik häufiger als Vamp und als Femme Fatale klassifiziert als sie. Am Montag wäre Helm 100 Jahre alt geworden. Mit ihrer Rolle in Metropolis wurde sie zur Kino-Ikone.

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