Dienstag, 18. Oktober 2011

Die Theaterwohnung 2

Theaterwohnung Magdeburg 2011. Unvorstellbarer Luxus! Geschirrspülmaschine und Waschmaschine und Mikrowelle! Ok, das Bett ist ein Klappbett und verflixt unbequem und selbst für meine 165 cm zu kurz. Das wäre aber zu vernachlässigen, wäre da nicht ein kleines Problem: der Innendesigner oder wer auch immer, die Gestaltung, des Innenlebens dieser Wohnung, in seinen kreativen Händen hielt, hat die Gelegenheit genutzt, und all den künstlerischen Ideen Realität gegeben, die man sonst, bei der Wohnungsrenovierung, aus gutem Grund, kurz überlegt und dann NICHT verwirklicht.
Die Küche ist rosa.
Man beachte, die farblich abgestimmten Vorhänge. Oder ist das Pink?

Das Zimmer, gelb, grobgetupft, mit, und hier wird es ungewöhnlich, einer in Schwammtechnik mit blutrot, gestalteten Wandteppichvision über dem üblichen Schwedenmöbelschreibtisch.
Wurde hier ein Blutbad theatralisch umgesetzt? Möglich.
Die Vorhänge sind blassrot und, damit man den Bezug zur Realität nicht verliert, oder zumindest nicht den zur Laterne vor dem Haus, durchsichtig. Der Flur führt das Blutspritzthema in geometrisch gebündelter Form weiter.
Meine Bühne hier wird weiß sein, reinweiß, nichts als weiß. Klar - Die Schneekönigin - Eis - Weiß. Nun wird sie auch eine Erholung, für meine von dieser Blutdrunst erschreckten Augen.


Übrigens beginnt in Magdeburg, der Nachtverkehr der Strassenbahn um 9. Dann fährt sie nur noch stündlich. Andere Städte andere Sitten.



Kommentare:

  1. Alexander Höchst19. Oktober 2011 um 09:22

    Theaterkulisse als Wohnraum. Die dramatische Inspiration soll in den bereitgestellten Vier Wänden nicht verloren gehen. Du bist dort nicht im Urlaub! Arbeiten, arbeiten, arbeiten... du musst arbeiten.

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  2. Ein Geständnis vorweg... zwei Wände meines Wohnzimmers sind in exakt diesem Senfgelb und in Naturschwammtechnik bearbeitet. Ein Überbleibsel aus meiner Würzburger Wohnung, bei der ich das so vorfand, mich dann wonniglich an diese sonnige Farbpsychologie gewöhnte und sie in meiner Regensburgerwohnung anteilig übernahm. Entweder disqualifiziert das meinen Kommentar hier - oder es macht mich zu Fachfrau... man entscheide das vollkommmen frei... ;)
    Zu der Küche... 'tschuldigung, da bin ich auch überfordert. Vorhänge liegen mir generell nicht so - und mit Blümchen bedeckt entziehen sie sich völlig meiner Beurteilung. An dieser Stelle sei jedoch positiv angemerkt, dass in dieser Theaterwohnung die obligatorischen Blümchenbilder fehlen... die in Ingolstadt noch als optisches Ärgernis ausgemacht wurden. Die Küchenvorhänge mögen ein abgemilderter Anklang dieser Tradition sein. Ansonsten bekäme ich in dieser Küche permanent Hunger auf Donuts... der Farbton entspricht der Glasur meiner Lieblingssorte.
    Auch den Flur finde ich eher "lecker". Wem das unerklärlich scheint: es gibt da eine Torte, die heißt "Himmel und Hölle"... so sieht sie aus... http://cdn.chefkoch.de/ck.de/fotoalben/c3e0d275147ba86b929c69e2653cc83d/1639/full_pict1479.jpg ...und die ist echt mal lecker.
    Und um den CSI-Gedanken vollständig zu eliminieren - das im Zimmer müssen durchaus keine Blutspritzer sein, nein, nein. Sonnengelb isses ja eh schon, das hat man ergänzt durch 1,5 Quadratmeter unseres Sterns ... http://www.wissenschaft.de/sixcms/media.php/1434/sonne2.jpg ... vielleicht weil es im Winter in Magdeburg echt kalt wird, vielleicht, weil Eisbühnenbilder ein Gegengewicht brauchen im Geiste.
    "Die Schneekönigin" war übrigens das erste Märchen, das Helmut Straßburger jemals in seiner Karriere inszeniert hat - und so weit ich weiß auch das einzige. Und ich habe ihn nur ein einziges Mal aufgeregter erlebt, als an dem Morgen, an dem sie Premiere hatte. Die Kinder fanden's toll und er strahlte, als hätte man ihm einen Oscar verliehen.
    Unter allen Märchen, die um diese Zeit immer wieder auf den Bühnen zum Leben erwachen, ist es aber auch eins der wunderschönsten.

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  3. Die Flurlampe war bestimmt teuer.

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  4. Immerhin sitzen da morgens nicht Verrückte im Leopardenschlafanzug beim Frühstück und erzählen der Bedienung sie hätten den Literaturnobelpreis gewonnnen. (Im Ernst:
    Pension am Doberaner Platz)
    Zu den Wänden brauchts den passenden Soundtrack.

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  5. Der hat Dich voll angelogen, da in der Pension. Echt.
    Hemingway ist tot...

    http://wwwdelivery.superstock.com/WI/223/4048/PreviewComp/SuperStock_4048-1335.jpg

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