Freitag, 12. August 2011

Dylan Thomas - Fern Hill - Verlust



FERN HILL

Als ich jung war und leicht unter den Apfelzweigen

Durch das trillernde Haus, und glücklich wie das Gras grün
und die Nacht überm Tal voll Sternen,

Ließ Zeit mich jubeln und klettern

Golden in der Blütezeit ihrer Augen,

Und geehrt bei den Heuwagen war ich Prinz der Apfelstädte,

Und einmal vor tiefer Zeit befahl ich den Bäumen und Blättern

Mit Maßliebchen und Gerste

Die Flüsse des Fallobstlichtes hinunterzuziehen.

Und ich war grün und sorglos, berühmt unter den Scheunen

Auf dem glücklichen Hof, und singend da die Farm mein Heim war,
In der Sonne, die nur einmal jung ist,
Ließ Zeit mich spielen und sein,

Golden in der Gnade ihrer Möglichkeiten,

Und grün und golden war ich Jäger und Hirte, die Kälber

sangen zu meinem Horn, auf den Hügeln die Füchse bellten
 klar und kalt,
Und der Sabbath läutete langsam

In den Kieseln der heiligen Bäche.

Die ganze Sonne lang war es Rennen, war es herrlich, die Heu-
Felder hoch wie das Haus, Die Lieder aus den Schornsteinen, 
es war Luft,

Und Spielen, herrlich und nass

Und Feuer grün wie Gras.

Und nächtens, unter den einfachen Sternen

Während ich schlafen ritt, trugen die Eulen den Hof davon,
den ganzen Mond lang hörte ich, gesegnet unter den Ställen, die
 Nachtschwalbe

Fliegen mit den Heuschobern, und die Pferde

Flackern ins Dunkel.

Und dann zu erwachen, und die Farm, wie ein Wandrer weiß,
Von Tau, kommt zurück, mit dem Hahn auf der Schulter: Es war alles
Strahlend, es war Adam und junge Frau,
Der Himmel versammelte sich wieder

Und die Sonne wurde an jenem Tage rund.

So muss es gewesen sein nach der Geburt des einfachen Lichts

Am ersten wirbelnden Ort, als die verzauberten Pferde liefen,
Warm aus dem wiehernden grünen Stall

Auf die Felder des Jubels.

Und geehrt von Füchsen und Fasanen bei dem heiteren Haus

Unter den frisch gemachten Wolken und glücklich wie das Herz lang war,
In der Sonne geboren wieder und wieder,
Rannte ich meine achtlosen Pfade.

Meine Wünsche jagten durchs haushohe Heu
Und nicht kümmerte mich, bei meinen himmelblauen Geschäften, dass
 Zeit

In all ihren klingenden Biegungen so wenige und nur solche
 Morgenlieder 
erlaubt,
Bevor die Kinder grün und golden

Ihr folgen aus der Gnade.

Nicht kümmerte mich, in den lammweißen Tagen, dass Zeit mich

Hinauf in den gedrängten Schwalbenschlag führen würde am Schatten meiner Hand
Im Mond, der immer steigt,

Noch, dass ich sie beim Schlafenreiten

Fliegen hören würde mit den hohen Feldern

Und erwachen würde, der Hof für immer entflohen aus dem
 kindlosen Land.

Ach, als ich jung war und leicht in der Gnade ihrer Möglichkeiten,
hielt mich Zeit grün und sterbend,
Ob ich auch sang in meinen Ketten wie die See.


Salvador Dali 1931 La persistencia de la memoria  - Die Beharrlichkeit der Erinnerung
FERN HILL



Now as I was young and easy under the apple boughs

About the lilting house and happy as the grass was green,

The night above the dingle starry,

Time let me hail and climb

Golden in the heydays of his eyes

And honoured among wagons I was prince of the apple towns

And once below a time I lordly had the trees and leaves

Trail with daisies and barley

Down the rivers of the windfall light.



And as I was green and carefree, famous among the barns

About the happy yard and singing as the farm was home,

In the sun that is young once only,

Time let me play and be

Golden in the mercy of his means,

And green and golden I was huntsman and herdsman, the calves

Sang to my horn, the foxes on the hills barked clear and cold,

And the sabbath rang slowly

In the pebbles of the holy streams.



All the sun long it was running, it was lovely, the hay

Fields high as the house, the tunes from the chimneys, it was air

And playing, lovely and watery

And fire green as grass.

And nightly under the simple stars

As I rode to sleep the owls were bearing the farm away,

All the moon long I heard, blessed among stables, the nightjars

Flying with the ricks, and the horses

Flashing into the dark.



And then to awake, and the farm, like a wanderer white

With the dew, come back, the cock on his shoulder: it was all

Shining, it was Adam and maiden,

The sky gathered again

And the sun grew round that very day.

So it must have been after the birth of the simple light

In the first, spinning place, the spellbound horses walking warm

Out of the whinnying green stable

On to the fields of praise.



And honoured among foxes and pheasants by the gay house

Under the new made clouds and happy as the heart was long,

In the sun born over and over,

I ran my heedless ways,

My wishes raced through the house high hay

And nothing I cared, at my sky blue trades, that time allows

In all his tuneful turning so few and such morning songs

Before the children green and golden

Follow him out of grace.



Nothing I cared, in the lamb white days, that time would take me

Up to the swallow thronged loft by the shadow of my hand,

In the moon that is always rising,

Nor that riding to sleep

I should hear him fly with the high fields

And wake to the farm forever fled from the childless land.

Oh as I was young and easy in the mercy of his means,

Time held me green and dying

Though I sang in my chains like the sea.


 

Kommentare:

  1. Grüngolden sind die Farben der Erinnerung, schrieb schon Else Lasker-Schüler. So einfach. So schön.

    Bei diesem Gedicht von Thomas lasse ich mich erst gern dazu verführen, mich lächelnd wegwehen zu lassen, dann aber kriecht ein Missbehagen gegen die Überfülle der Adjektive hoch. Ein Rausch, ja, fast, wäre da nicht so ein kleiner Verdacht von eitlem Sprachbildertraining.

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  2. Ach, finde ich gar nicht, die Bilder bleiben doch einfach und er ist Ire, was soll er machen?

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  3. Die Begründung ist entwaffnend.
    Iren singen auf dem Klo Balladen und haben einen sonderbaren Gang. Ich mag sie.

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  4. http://www.youtube.com/watch?v=6HmXpqzKkHA

    Richard Burton spricht "Fern Hill", Waliser und Vokale, eine herrliche Mischung.

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