Mittwoch, 3. August 2011

Hoffnung - ein Hüpfen

Ich kann es kaum erwarten und hüpfe vor Ungeduld in der Hoffnung auf ...
... Es kann jeder nach Bedürfnis einsetzen, worauf er hüpfend hofft.

Hoffnung stammt von hopen „hüpfen“, "vor Erwartung unruhig springen“, „zappeln“, man denke an hopsen und Hopse spielen. Im Englischen ist es "to hope". 

Es ist die zuversichtliche Erwartung, dass eintritt, was man sich wünscht, ohne dass eine Gewissheit darüber besteht. Hoffnung ist nicht begründbar. Wir machen uns Hoffnungen, ja die machen wir uns selber, oder ein anderer macht sie uns; Hoffentlich Allianz versichert! Schwangere sind guter Hoffnung, Kinder berechtigen zu den größten Hoffnungen, die Angehörigen Sterbender hoffen zuversichtlich auf ein Wunder, die Sterbenden vielleicht auf das Paradies, wir setzen manchmal große Hoffnungen auf jemanden. Wir bauen erhoffte Luftschlösser auf Sand, sehen blindlings den Silberstreifen am Horizont, selbst ein Schimmer, ein Funken von Hoffnung kann uns befähigen, Berge zu versetzen. Sie stirbt, sagt man, zuletzt, nachdem sich alle Hoffnungen zerschlagen haben. Hoffentlich finden wir uns nie hoffnungslos vor. Ein hoffnungsloser Fall wäre das. Aber wir geben die Hoffnung nicht auf!
Hoffnung ist das Ding mit Federn
Das in der Seele sitzt,
Und singt das Lied--ohne den Text,
Und hört damit nie auf.
Emily Dickinson

Der amerikanische Photograph Philip Halsman hat zum Hüpfen eine ganz eigene Theorie entwickelt: Die Jumpology oder Hüpfologie. Er bat unterschiedlichste Leute für ihn einmal hochzuspringen, einen Sprung in die Luft zu wagen, und die meisten hüpften. Er sagte: "Wenn du eine Person bittest zu springen, ist ihre Aufmerksamkeit hauptsächlich auf den Akt des Springens gerichtet und die Maske fällt, so dass sie wahre Person erscheint."
"When you ask a person to jump, his attention is mostly directed toward the act of jumping and the mask falls so that the real person appears."
1959 veröffentlichte er sein "Jump Book" mit 178 Photographien hüpfender Menschen. Wie Heiner Müller sagte: "Der Sprung macht die Erfahrung, nicht der Schritt."

Aldous Huxley

Benny Goodman

Phil Silvers

Ed Sullivan

Audrey Hepburn

Marc Chagall

The Duke and the Duchess of Windsor

Walter Gropius

Adam Clayton Powell

Edward Steichen

Salvador Dali

Hattie Jacques

Richard Nixon

Der Photgraph und Marilyn Monroe
Hope
     

Hope is the thing with feathers
That perches in the soul,
And sings the tune--without the words,
And never stops at all,


And sweetest in the gale is heard;
And sore must be the storm
That could abash the little bird
That kept so many warm.

I've heard it in the chillest land,
And on the strangest sea;
Yet, never, in extremity,
It asked a crumb of me.

Emily Dickinson

wörtliche Übertragung:

Hoffnung ist das Ding mit Federn
Das in der Seele sitzt,
Und singt das Lied--ohne den Text,
Und hört damit nie auf.

Und am süßesten zu hörn im wilden Wind;
Und grausam ist der Sturm
der das Vögelchen beschämte
das so viele wärmte.

Ich hörte es im kühlsten Land
und auf dem seltsamsten Meer;
Doch, nie, auch in äußerster Not,
Bat es mich je um einen Brosamen.
 



Kommentare:

  1. Alexander Höchst3. August 2011 um 22:40

    Wenn es Katzen schlecht geht, verändern sie ihr Verhalten. Sie gehen durch den Regen, obwohl sie absolut Wasserscheu sind, sie fressen nichts mehr, sie meiden jeden Kontakt zu anderen Wesen, Mensch oder Tier. Es scheint, sie sind ohne Hoffnung. Das ist ein furchtbarer Anblick. Man kann nichts tun, um zu helfen und es ist ansteckend, wenigstens für den Moment. Dieser Anblick der Hoffnungslosigkeit, ist schwer zu ertragen. Er tut weh und bringt dich an den Rand der Verzweiflung.

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  2. Zappeln, Hopsen, Springen. Ich denke, wenn Emotionen der Körper zu eng wird, weil beunruhigen oder weil sie zu stark sind, müssen sie sich Raum schaffen. Bei uns eher schüchtern und gebremst, in anderen Kulturkreisen ungleich stärker.
    Sprünge waren in meinem Kopf lange Zeit eher mit positiven Regungen besetzt, bis ich einen Bericht sah, in dem dunkelhäutige Menschen in Trauer und Schmerz sprangen. Das Bild war verstörend fremd. Ich weiß nicht, was ist ursprünglich, was ist Konvention.

    Die Fotos:
    Hattie Jacques ist hinreißend schön. Nixon tut mir leid.

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