Keine Serie, aber der Ableger einer solchen:
Sherlock Holmes - Die Braut des Grauens, ein übermütiges, absurdes, wagemutiges Verwirrspiel (BBC) für Cumberbitches und Freeman-Lovers und alle die Moffat und Gatiss, den Schreibern, fast nichts übelnehmen können, weil Doktor Who unmöglich und doch vorhanden ist, weil sie billig produzierten Science Fiction in Vergnügen verwandelten und ganz nebenbei Captain Jack Harkness erfanden. Ob es wohl wirklich je eine dritte Staffel von "Sherlock" geben wird?
The Night Manager, ein Spionagethriller nach einem Roman von John le Carré (Amazon Prime, iTunes & BBC 1), die Regisseurin ist Susanne Bier (Nach der Hochzeit), es spielen unter anderem Hugh Laurie und Tom Hiddleston und die ganz wunderbare, völlig alle Hollywooderwartungen unterlaufende Olivia Colman (Broadchurch).
London Spy, eine tragische Liebesgeschichte verwoben mit politischen Intrigendrama (BBC 2), mit Ben Wishaw und Jim Broadbent und vielen anderen.
Bosch, ein zurückhaltender, stilsicherer, harter, klassischer Krimi (Amazon Prime), nach drei Romanen von Michael Connelly, mit Titus Weliver als Detektiv Bosch.
Nix Weltbewegendes, Seelenerschütterndes, aber auf unterschiedliche Weise exzellent gemachte Unterhaltung. Das Serienformat erlaubt es, sich Zeit zu nehmen für die Figuren, Seitensträngen Platz zu lassen, nicht zu hetzen, Details einzuflechten. Die Spieler müssen nicht alles auf einmal erzählen, Variationen, Veränderungen, Widersprüchlichkeiten sind möglich. Nicht jetzt, aber später, vielleicht.
Und trotz des scheinbar ruhigen Erzähltempos entsteht selten der Eindruck von selbstgerechter Bequemlichkeit, übermäßigem Nachdruck. Ein spezieller Erzählstil kann sich in Ruhe entwickeln, durch Farb-Entscheidungen, Bildausschnitte, Dialogkomposition, Schnittentscheidungen ...
Die Macher tun, was was sie tun mit Überzeugung, aber ohne offensichtliche abstoßende Besserwisserei. "Wir erzählen euch eine Geschichte, so spannend, interessant, überraschend, wie wir es nur können." Manches geht schief. Gelegentlich zuviel Stil und zu wenig Story. Aber ernsthaft unternommene Mißgeschicke machen mich nicht wütend.
Einige der Helden sind traurig, einige sind wütend, einige schwul, einige romantisch, aber nichts davon drängt sich in den Vordergrund, es bleibt Teil der zu erzählenden Geschichte und ist kein "Problem" an und für sich. Das rechte Waageverhältnis von Spannung und Absichten ist sicher ein diffiziles Ding. Eitelkeiten töten die Zuneigung zu den Figuren, zu wenig Liebe für die Charaktere läßt mich draußen im Kalten stehen.
Letztendlich scheint es mir, als ob der Unterschied im Grad des glaubwürdigen Mitteilungsbedürfnisses liegt. "Ich will euch etwas erzählen, von dem ihr wissen solltet." Bestätige ich mich und meine Überzeugung nur selbst oder unterhalte ich mich, mit allen Möglichkeiten des Mißverständnisses, mit Anderen, mit euch, den Zuschauern?
Ich möchte angesprochen werden, gemeint sein. Im Theater, im Kino, im Fernsehen. Wenn ich mich an euch wende, will ich eine Reaktion spüren.
Mama erzähl mir eine Gute-Nacht-Geschichte.
Freitag, 1. April 2016
Donnerstag, 31. März 2016
Die Ehrfurcht vor der Maske
Friedrich Nietzsche
JENSEITS VON GUT UND BÖSE
270
Der geistige Hochmut und Ekel jedes Menschen, der tief gelitten hat – es bestimmt beinahe die Rangordnung, wie tief Menschen leiden können –, seine schaudernde Gewißheit, von der er ganz durchtränkt und gefärbt ist, vermöge seines Leidens mehr zu wissen, als die Klügsten und Weisesten wissen können, in vielen fernen entsetzlichen Welten bekannt und einmal »zu Hause« gewesen zu sein, von denen »ihr nichts wißt!«... dieser geistige schweigende Hochmut des Leidenden, dieser Stolz des Auserwählten der Erkenntnis, des »Eingeweihten«, des beinahe Geopferten findet alle Formen von Verkleidung nötig, um sich vor der Berührung mit zudringlichen und mitleidigen Händen und überhaupt vor allem, was nicht seinesgleichen im Schmerz ist, zu schützen. Das tiefe Leiden macht vornehm; es trennt. Eine der feinsten Verkleidungs-Formen ist der Epikureismus und eine gewisse fürderhin zur Schau getragene Tapferkeit des Geschmacks, welche das Leiden leichtfertig nimmt und sich gegen alles Traurige und Tiefe zur Wehr setzt. Es gibt »heitere Menschen«, welche sich der Heiterkeit bedienen, weil sie um ihretwillen mißverstanden werden – sie wollen mißverstanden sein. Es gibt »wissenschaftliche Menschen«, welche sich der Wissenschaft bedienen, weil dieselbe einen heiteren Anschein gibt, und weil Wissenschaftlichkeit darauf schließen läßt, daß der Mensch oberflächlich ist – sie wollen zu einem falschen Schlusse verführen. Es gibt freie freche Geister, welche verbergen und verleugnen möchten, daß sie zerbrochene stolze unheilbare Herzen sind (der Zynismus Hamlets – der Fall Galiani); und bisweilen ist die Narrheit selbst die Maske für ein unseliges allzugewisses Wissen. – Woraus sich ergibt, daß es zur feineren Menschlichkeit gehört, Ehrfurcht »vor der Maske« zu haben und nicht an falscher Stelle Psychologie und Neugierde zu treiben.
Die Maske ist gesichtsbildend.
Manfred Hinrich
Friedrich Nietzsche
Edvard Munch 1906
Montag, 28. März 2016
Der heilige Dionysius von Paris - Ein kopfloser Heiliger

Sankt Dionysius Geköpft, 17. Jahrhundert, Anonymer Künstler
Um 250 unserer Zeitrechnung soll Dionysius oder, wie ihn die Franzosen nennen, Denis, Bischof von Rom gewesen sein. Der dortige Statthalter des römischen Kaisers Valerian ließ ihn, zusammen mit zwei seiner Kollegen, im Zuge der achten Welle der Christenverfolgung Roms, köpfen.
Wandgemälde am Place du Pantheon
Die Hinrichtung fand am Montmatre, dem Märtyrerberg oder vielleicht auch Berg des Merkur und Mars, in Paris statt und danach hob Dennis, Denys oder Dionysius seinen Kopf auf, wusch ihn in einem nahen Bach ab und lief, die ganze Zeit betend, sechs Kilometer bis zur Vicus Catulliacus, heute Rue St. Denis, zu der Stelle an der er begraben werden wollte. Am Ort seines Grabes steht jetzt die Basilika St. Denis, die Grabeskirche der französischen Könige.
Bei der Gestaltung von Heiligenfiguren standen die Künstler vor einem Problem, wohin mit dem Heiligenschein? Weglassen? Ihn am Kopf belassen? Oder ihn über dem blutenden Hals schweben zu lassen? Manchmal haben sie das Halo einfach ganz weggelassen und ihn nur mit Bischfsmütze bekleidet. Außerdem gab es noch einen Streit zwischen der Kathedrale von Notre Dame und der Abtei von Saint Denis, die letzteren behaupteten im Besitz seines ganzen Körpers zu sein, während die anderen sagten, der Henker hätte nur seine Schädelplatte abgetrennt, die nun in ihrem Besitz wäre.
Teil der Fassade von Notre Dame in Paris
Sankt Dionysius kann helfen bei Kopfschmerzen. Da hatte jemand Humor. Aber auch bei Tollwut, Gewissensunruhe, Hundebissen, Syphillis.
Sein Tag ist der 9. Oktober - Donisl nass - Winter nass oder Regen an St. Dionys - viel Regen und Schnee im Winter gewiss.
Sonntag, 27. März 2016
Spotlight - ein langsamer Film - ein guter Film
Mister Tom McCarthy hat einen Film gedreht, kein herzzerreißendes Drama, keine waberndes Unheilerzählung, ein Film ohne eine einzige irre Verfolgungsjagd, wenn Mark Ruffalo rennt, weil wichtige Dokumente sonst in die falschen Hände fallen könnten, ist dies schon das Äußerste an äußerlicher Hektik.
Ansonsten: Einige wenige Reporter stoßen unfreiwillig und anfangs nicht besonders interessiert auf ein Thema und dann telefonieren sie viel und studieren Unmengen Akten und reden mit willigen und unwilligen Zeugen und arbeiten hart, vernachlässigen ihre Familien, schlafen schlecht und fressen hastig ungesunde Fastfood.
Priester vergehen sich an Kindern. Boston, der Ort des Geschehens, ist eine Stadt mit mehr als fünfzig Prozent katholischer Bevölkerung. Es wird nie offensichtlich gedroht, erpresst, verhindert, und doch ist der instinktive und uneingeschränkte Schulterschluß der Mächtigen, der voneinander Abhängigen, einander Schützenden immer spürbar.
Über Jahrzehnte haben Priester, statistisch formuliert, sechs Prozent der arbeitenden Seelsorger, abhängige, meist aus armen, dysfunktionalen Familien stammende Kinder mißbraucht, genauer gesagt vergewaltigt. Und wenn es zu Beschwerden kam, wurden ihre Familien mit Kleinstbeträgen abgewimmelt und die Untaten unter einverständliche Teppiche gekehrt.
Niemand in dieser Geschichte ist ohne Schuld, niemand ist cool, hat den Überblick, ist sich seiner Sache sicher. Niemand außer dem Bischof, der weiß sich geschützt, der hat Gottes Segen. Und ist doch nur ein netter alter Mann, der seine Schäfchen schützen will.
Wenn wir heute über den Schrecken von organisierter Religion sprechen, reden wir meist über islamistischen Terror. Hier handelt es sich um durch jahrhundertealte Macht gesichertes Unrecht. Immer ist "die Kirche", "der Glaube", das wir, wichtiger, als die Kinder, als die Opfer, als die Zerstörten.

Bischof Law: "Ich entschuldige mich bei all jenen, die unter meinen Unzulänglichkeiten und Fehlern gelitten haben und bitte sie um Verzeihung."
http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kindesmissbrauch-erzbischof-von-boston-tritt-zurueck-181080.html
http://www.sueddeutsche.de/panorama/boston-der-skandal-um-den-es-in-spotlight-geht-1.2885087
Wiki sagt:
Die Abteilung für Konspirativen Journalismus des Boston Globe, Boston, deckte 2002 auf, dass allein in der Erzdiözese Boston 90 Priester an cirka 1000 Kindern und Jugendlichen schuldig geworden waren. Es wurde nachgewiesen, dass die Kirchenführung Hinweisen nicht juristisch nachgegangen war, sondern jeweils die Priester nur in andere Gemeinden versetzt hatte. Der Erzbischof von Boston, Bernard Francis Law, musste zurücktreten. Er hatte u.a. den Priester John Geoghan mehrfach versetzt. Geoghan soll mehr als 100 Kinder missbraucht haben, wurde 2002 zu zehn Jahren Freiheitsstrafe verurteilt und ist 2003 von einem Mithäftling ermordet worden. Law gab im Februar 2002 auf öffentlichen Druck hin 90 Namen von Priestern preis, die des sexuellen Missbrauchs von Kindern beschuldigt waren. Im August 2011 veröffentlichte das Erzbistum auf seiner Website die Namen mehrerer des sexuellen Missbrauchs angeklagter oder überführter Priester. Mit dem Film Spotlight wurde 2015 eine filmische Darstellung der Recherchearbeiten des Boston Globe veröffentlicht; der Film wurde 2016 mit dem Oscar als Bester Film ausgezeichnet.
Ansonsten: Einige wenige Reporter stoßen unfreiwillig und anfangs nicht besonders interessiert auf ein Thema und dann telefonieren sie viel und studieren Unmengen Akten und reden mit willigen und unwilligen Zeugen und arbeiten hart, vernachlässigen ihre Familien, schlafen schlecht und fressen hastig ungesunde Fastfood.
Priester vergehen sich an Kindern. Boston, der Ort des Geschehens, ist eine Stadt mit mehr als fünfzig Prozent katholischer Bevölkerung. Es wird nie offensichtlich gedroht, erpresst, verhindert, und doch ist der instinktive und uneingeschränkte Schulterschluß der Mächtigen, der voneinander Abhängigen, einander Schützenden immer spürbar.
Über Jahrzehnte haben Priester, statistisch formuliert, sechs Prozent der arbeitenden Seelsorger, abhängige, meist aus armen, dysfunktionalen Familien stammende Kinder mißbraucht, genauer gesagt vergewaltigt. Und wenn es zu Beschwerden kam, wurden ihre Familien mit Kleinstbeträgen abgewimmelt und die Untaten unter einverständliche Teppiche gekehrt.
Niemand in dieser Geschichte ist ohne Schuld, niemand ist cool, hat den Überblick, ist sich seiner Sache sicher. Niemand außer dem Bischof, der weiß sich geschützt, der hat Gottes Segen. Und ist doch nur ein netter alter Mann, der seine Schäfchen schützen will.
Wenn wir heute über den Schrecken von organisierter Religion sprechen, reden wir meist über islamistischen Terror. Hier handelt es sich um durch jahrhundertealte Macht gesichertes Unrecht. Immer ist "die Kirche", "der Glaube", das wir, wichtiger, als die Kinder, als die Opfer, als die Zerstörten.

Bischof Law: "Ich entschuldige mich bei all jenen, die unter meinen Unzulänglichkeiten und Fehlern gelitten haben und bitte sie um Verzeihung."
http://www.sueddeutsche.de/panorama/boston-der-skandal-um-den-es-in-spotlight-geht-1.2885087
Wiki sagt:
Die Abteilung für Konspirativen Journalismus des Boston Globe, Boston, deckte 2002 auf, dass allein in der Erzdiözese Boston 90 Priester an cirka 1000 Kindern und Jugendlichen schuldig geworden waren. Es wurde nachgewiesen, dass die Kirchenführung Hinweisen nicht juristisch nachgegangen war, sondern jeweils die Priester nur in andere Gemeinden versetzt hatte. Der Erzbischof von Boston, Bernard Francis Law, musste zurücktreten. Er hatte u.a. den Priester John Geoghan mehrfach versetzt. Geoghan soll mehr als 100 Kinder missbraucht haben, wurde 2002 zu zehn Jahren Freiheitsstrafe verurteilt und ist 2003 von einem Mithäftling ermordet worden. Law gab im Februar 2002 auf öffentlichen Druck hin 90 Namen von Priestern preis, die des sexuellen Missbrauchs von Kindern beschuldigt waren. Im August 2011 veröffentlichte das Erzbistum auf seiner Website die Namen mehrerer des sexuellen Missbrauchs angeklagter oder überführter Priester. Mit dem Film Spotlight wurde 2015 eine filmische Darstellung der Recherchearbeiten des Boston Globe veröffentlicht; der Film wurde 2016 mit dem Oscar als Bester Film ausgezeichnet.
Mittwoch, 23. März 2016
Ein belgischer Mann ist tot
Herr Schmidt ist vielleicht ein Mann mittleren Alters, vielleicht Vater zweier Kinder, vielleicht Fußballfan, übergewichtig und ein nur mäßiger Liebhaber. Dieser imaginäre Herr Schmidt ist heute zu Tode gebombt worden, weil ein anderer Mann, nennen wir ihn X, meint, dass Herr Schmidt an den falschen Gott glaubt, einem Volk angehört, dass Herrn X feindlich gesinnt ist, weil er Belgier ist. Weil X und seine Mitstreiter entschieden haben, dass Herr Schmidt es nicht verdient zu leben. (Über unsere, die europäische Mitschuld an der gegewärtigen Situation, müssen wir hart nachdenken.)
Herr Schmidt und X haben sich nie getroffen, nie gesehen. Sie haben keinerlei Geschichte miteinander. Am Ende dieses, des heutigen Tages, ist Herr Schmidt zerfetzt und tot, X ist es auch, er hat sich, um, unter anderem, Herrn Schmidt zu töten, selbst in die Luft gejagt.
Jemand tötet mein Kind, ich, außer mir vor Trauer, töte ihn. Schrecklich, aber vorstellbar.
Aber was hat Herr Schmidt mit irgendwas zu tun? Wie kann ich zu einem Punkt kommen, wo es rechtens ist, das gewöhnliche Leben von Herrn Schmidt zu beenden, um meine Idee von Wahrheit und Recht zu verwirklichen?
Ich verstehe es nicht.
Meine Opfer könnten Muslime sein, Kinder, Großmütter, Herr Schmidt eben. Es findet keine Auswahl statt. Der Tod, der Schrecken an sich, ist mein Zweck.
Ich hasse Dich, obwohl ich Dich nicht kenne, Deine Existenz ist Grund genug, Dich zu vernichten. Dein Tod gibt meinem Leben Sinn. Du bist unwichtig, nur ein Feind, kein Mensch. Ich töte Dich nicht, weil ich hungere oder weil Du mich töten willst, ich töte Dich, weil ich Deinen Tod brauche, um mein Leben, und heute mein Sterben, zu rechtfertigen.
Ich, Johanna, Atheist aus Überzeugung, weiß, dass nach dem Tod nichts kommt, er ist das Ende des Lebens. Aber glaubte ich an ein Paradies, würde es mir dieser Glaube ermöglichen, andere zu töten? Ich werde belohnt werden, weil ich meinem zornigen Gott die verlangten Opfer gebracht habe? Woher weiß ich, dass er sie verlangt. Und genau diese?
Was erlaubt Menschen andere Mensche zu töten im Namen der Gerechtigkeit?
Wiki sagt: Empathie bezeichnet die Fähigkeit und Bereitschaft, Gedanken, Emotionen, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen und zu verstehen. Zur Empathie gehört auch die Reaktion auf die Gefühle anderer Menschen, wie zum Beispiel Mitleid, Trauer, Schmerz oder Hilfsimpuls. Grundlage der Empathie ist die Selbstwahrnehmung; je offener man für seine eigenen Emotionen ist, desto besser kann man die Gefühle anderer deuten.

In this photo provided by Georgian Public Broadcaster and photographed by Ketevan Kardava, an injured man lies on the floor in Brussels Airport in Brussels, Belgium, after explosions were heard Tuesday, March 22, 2016. A developing situation left a number dead in explosions that ripped through the departure hall at Brussels airport Tuesday, police said. All flights were canceled, arriving planes were being diverted and Belgium's terror alert level was raised to maximum, officials said. (Ketevan Kardava/ Georgian Public Broadcaster via AP)
Herr Schmidt und X haben sich nie getroffen, nie gesehen. Sie haben keinerlei Geschichte miteinander. Am Ende dieses, des heutigen Tages, ist Herr Schmidt zerfetzt und tot, X ist es auch, er hat sich, um, unter anderem, Herrn Schmidt zu töten, selbst in die Luft gejagt.
Jemand tötet mein Kind, ich, außer mir vor Trauer, töte ihn. Schrecklich, aber vorstellbar.
Aber was hat Herr Schmidt mit irgendwas zu tun? Wie kann ich zu einem Punkt kommen, wo es rechtens ist, das gewöhnliche Leben von Herrn Schmidt zu beenden, um meine Idee von Wahrheit und Recht zu verwirklichen?
Ich verstehe es nicht.
Meine Opfer könnten Muslime sein, Kinder, Großmütter, Herr Schmidt eben. Es findet keine Auswahl statt. Der Tod, der Schrecken an sich, ist mein Zweck.
Ich hasse Dich, obwohl ich Dich nicht kenne, Deine Existenz ist Grund genug, Dich zu vernichten. Dein Tod gibt meinem Leben Sinn. Du bist unwichtig, nur ein Feind, kein Mensch. Ich töte Dich nicht, weil ich hungere oder weil Du mich töten willst, ich töte Dich, weil ich Deinen Tod brauche, um mein Leben, und heute mein Sterben, zu rechtfertigen.
Ich, Johanna, Atheist aus Überzeugung, weiß, dass nach dem Tod nichts kommt, er ist das Ende des Lebens. Aber glaubte ich an ein Paradies, würde es mir dieser Glaube ermöglichen, andere zu töten? Ich werde belohnt werden, weil ich meinem zornigen Gott die verlangten Opfer gebracht habe? Woher weiß ich, dass er sie verlangt. Und genau diese?
Was erlaubt Menschen andere Mensche zu töten im Namen der Gerechtigkeit?
Wiki sagt: Empathie bezeichnet die Fähigkeit und Bereitschaft, Gedanken, Emotionen, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen und zu verstehen. Zur Empathie gehört auch die Reaktion auf die Gefühle anderer Menschen, wie zum Beispiel Mitleid, Trauer, Schmerz oder Hilfsimpuls. Grundlage der Empathie ist die Selbstwahrnehmung; je offener man für seine eigenen Emotionen ist, desto besser kann man die Gefühle anderer deuten.

In this photo provided by Georgian Public Broadcaster and photographed by Ketevan Kardava, an injured man lies on the floor in Brussels Airport in Brussels, Belgium, after explosions were heard Tuesday, March 22, 2016. A developing situation left a number dead in explosions that ripped through the departure hall at Brussels airport Tuesday, police said. All flights were canceled, arriving planes were being diverted and Belgium's terror alert level was raised to maximum, officials said. (Ketevan Kardava/ Georgian Public Broadcaster via AP)
Dies ist nicht Herr Schmidt, aber er hätte es sein können.
Montag, 21. März 2016
Der Diener Zweier Herren in Konstanz
Wer sind Sie? Was wollen Sie? Wer hat
Sie geschickt? Fremder?
DER
DIENER ZWEIER HERREN
Carlo
Goldoni
Fassung von Martin Heckmanns
Nach den Übersetzungen von J. H. Saal und F. L. Schröder
Ich
habe Hunger gelitten und bin geprügelt worden. Und alle Umwege führen uns doch
zum Glück.
Ihr untertänigster Diener allerseits, meine Herrschaften!
Ich bin der Diener meines Herrn.
Es
wäre toll, wenn ich es schaffen würde beide Herren zu bedienen, zu beglücken,
zu befriedigen.
Ich
hätte Koch werden sollen oder Bäcker vielleicht oder noch besser Konditor. Stattdessen bin ich Diener jetzt wie mein Vater und sein Vater und dessen Vater
und dem sein Vater und dessen Vater und mein Magen hängt mir in den
Knien und wächst mir über den Kopf.
Mit
einem Job kommt man heut nicht mehr weit, es müssen schon zwei sein für ein
Leben. Das ist diese sogenannte Flexibilisität, von der heutzutage alle reden.
Ich
bin ein totaler Anphaltabet.
Lesen
wird heutzutage als Qualifikitation eines Dieners vorausgesetzt, obwohl ich
finde, dass Lesen überschätzt wird im Allgemeinen, es macht auch manchen
dusselig.
Aber
sind wir nicht ein Genie, dass ich sie alle zufrieden stelle. Ohne mich wäre
die Welt doch ein kleines bisschen...
Mein
Magen knurrt wie ein zorniger Hund und ich fress gleich meinen Schuh.
Piazza Grande
Auf den Parkbänken der Piazza Grande
Gibt es keine Heiligen, die mein Essen zahlen
Aber wenn ich hungere, nach Dealern wie mich, finde ich keine.
Ich schlafe auf dem Rasen, mit vielen Freunden,
den Liebenden der Piazza Grande,
Weiß alles über ihre Leiden, ihre Lieben, schlecht oder gut.
Auf meine Art bräuchte ich auch Zärtlichkeit.
Auf meine Art bräuchte ich auch Zärtlichkeit.
Eine Familie habe ich nicht
und mein Zuhause ist der Piazza Grande,
und wer mir glaubt, von dem nehme ich und dem gebe ich Liebe, soviel ich habe.
Hier sind keine großzügigen Frauen,
ich stehle Liebe auf der Piazza Grande,
und zum Glück gibt es hier keine Halunken wie mich.
Auf meine Art bräuchte ich auch Zärtlichkeit.
Auf meine Art bräuchte ich auch Zärtlichkeit.
Ich müsste beten.
Aber mein Leben würde ich nicht ändern, nie, nie,
auf meine Art wollte ich sein, wie ich bin.
Weiße Leintücher uns zu bedecken, haben wir nicht,
unter den Sternen der Piazza Grande,
und wenn das Leben keine Träume hat, habe ich sie und gebe sie dir.
Und wenn es niemanden mehr gibt wie mich
will ich sterben auf der Piazza Grande,
zwischen den Katzen, die auch keinen Herrn haben wie ich.
Aber mein Leben würde ich nicht ändern, nie, nie,
auf meine Art wollte ich sein, wie ich bin.
Weiße Leintücher uns zu bedecken, haben wir nicht,
unter den Sternen der Piazza Grande,
und wenn das Leben keine Träume hat, habe ich sie und gebe sie dir.
Und wenn es niemanden mehr gibt wie mich
will ich sterben auf der Piazza Grande,
zwischen den Katzen, die auch keinen Herrn haben wie ich.
Lucio Dalla
'In etwa' übersetzt von mir.
Alle Photos © Ilja Mess
August & Erich Sander - Menschen des 20. Jahrhunderts
Diesseitig bin ich gar nicht faßbar
Diesseitig bin ich gar nicht faßbar.
Denn ich wohne grad so gut bei den Toten,
wie bei den Ungeborenen.
Etwas näher dem Herzen der Schöpfung als üblich.
Und noch lange nicht nahe genug.
Geht Wärme von mir aus? Kühle??
Das ist jenseits aller Glut gar nicht zu erörtern.
Am Fernsten bin ich am frömmsten.
Diesseits manchmal etwas schadenfroh.
Das sind Nuancen für die eine Sache.
Die Pfaffen sind nur nicht fromm genug, um es zu sehn.
Und sie nehmen ein klein wenig Ärgernis, die Schriftgelehrten.
Denn ich wohne grad so gut bei den Toten,
wie bei den Ungeborenen.
Etwas näher dem Herzen der Schöpfung als üblich.
Und noch lange nicht nahe genug.
Geht Wärme von mir aus? Kühle??
Das ist jenseits aller Glut gar nicht zu erörtern.
Am Fernsten bin ich am frömmsten.
Diesseits manchmal etwas schadenfroh.
Das sind Nuancen für die eine Sache.
Die Pfaffen sind nur nicht fromm genug, um es zu sehn.
Und sie nehmen ein klein wenig Ärgernis, die Schriftgelehrten.
Paul Klee 1920
Konditor 1928 - Ich würde es 'Stolz des Könners' nennen.
In der Fotografie gibt es keine Schatten, der nicht beleuchtet werden können.
oder
In der Fotografie gibt es keine ungeklärten Schatten.
August Sander
Dem Sohn eines Bergbauzimmermannes gelingt es, durch harte Arbeit und hilfreiche Menschen, Photograph zu werden.
Er lebte von 1876 bis 1964, arbeitete als Assistent eines Fotografen, der für seine örtliche Bergbaugesellschaft arbeitete und dann im Militärdienst für einen anderen, er absolvierte Gesellen-Wanderjahre und fotografierte Hochzeiten, Taufen, Konfirmationen, stolze Momente etc. in einem Fotoatelier in Linz mit dem blumigen Namen "Photographische Kunstanstalt Greif", er wurde alleiniger Besitzer der Anstalt, heiratete, bekam Kinder, gab den Laden auf, zog nach Köln, eröffnete einen neues Atelier. Um 1920 schloß er sich den Kölner Progressiven an.
Burschenschaftler - Vernarbte Ahnungslosigkeit
Die Kölner Progressive war eine Künstlergruppe um die Maler Franz Wilhelm Seiwert, Heinrich Hoerle und den Fotografen August Sander, die Anfang der 1920er Jahre gegründet wurde. Gemeinsames Konzept war es, die Menschen und Sozialstrukturen ihrer Zeit im Bild zu dokumentieren, schreibt Wiki.
Selbstporträt - Ach, die Haare!
Ich will weder eine Kritik noch eine Beschreibung dieser Menschen geben, sondern nur mit meinen Bildern ein Stück Zeitgeschichte schaffen.
August Sander
Ländliche Braut 1925-30
Sein Sohn Erich, ebenfalls Fotograf, erst Mitglied der KPD, dann als der stalinistische Druck zu groß wurde, der KPO, (https://de.wikipedia.org/wiki/Kommunistische_Partei-Opposition) dann, um die Einheitsfront gegen Hitler zu stärken, der SDAP, er wurde 1934 verhaftet und wegen Hochverrates zu 10 Jahren Haft verurteilt. Er starb an den Folgen einer falsch diagnostizierten Blinddarmentzündung nur kurz vor seiner Entlassung. Und er fotografierte im Zuchthaus, offiziell für die "kriminalbiologische Forschung", heimlich um das Leben der Häftlinge zu dokumentieren.
Politicher Gefangener 1943
Erich Sander
Erich Sander
© Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur - August Sander Archiv, Cologne; DACS, London, 2016.
Politischer Gefangener 1943
Erich Sander
© Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur - August Sander Archiv, Cologne; DACS, London, 2016.
© Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur - August Sander Archiv, Cologne; DACS, London, 2016.
1936 vernichteten die Nazis die Druckstöcke für August Sanders "Antlitz der Zeit". 1942 zog er in ein kleines Dorf im Westerwald, wo 1944 sein Atelier durch Bomben vernichtet wurde. Nach 1946 beginnt er das zerstörte Köln zu dokumentieren. Ein anständiges tragisches deutsches Leben.
Kinder des Bürgertums 1925
Montag, 14. März 2016
Ich habe Schnupfen
DER SCHNUPFEN
aus "Die Kahle Sängerin" von Eugene Ionesco
HAUPTMANN
Der Schnupfen: Mein Schwager hat väterlicherseits einen leiblichen Neffen, dessen Onkel einen Schwiegervater hatte, von dem ein Großvater in zweiter Ehe eine junge Einheimische heiratete, deren Bruder auf einer weiten Reise einem Mädchen begegnete, in das er sich verliebte und mit ihr einen Sohn zeugte, der seinerseits eine mutige Apothekerin zur Frau nahm, welche niemand anderes war als die Nichte eines unbekannten Quartiermeisters der britischen Marine, deren Adoptivvater eine Tante aufwies, welche fließend spanisch sprach und die vielleicht eine der Enkelinnen eines frühverstorbenen Ingenieurs gewesen war, der wiederum der Enkel eines Rebenbesitzers war, der zwar einen mittelmäßigen Wein züchtete, dafür aber einen Großneffen hatte, dessen Sohn eine ausnehmend hübsche, junge, aber geschiedene Frau ins Ehebett bekam, deren erster Gatte der Sohn eines aufrichtigen Patrioten war, der es verstanden hatte, seine andere Tochter im Wunsche, ein Vermögen zu gewinnen, groß zu ziehen, und die einen Jäger heiraten durfte, der Rothschild gekannt hatte und dessen Bruder, nach öfterem Berufswechsel, sich dann doch verehelichte, eine Tochter bekam, deren schmalbrüstiger Urgroßvater eine Brille trug, die ihm ein eigener Neffe geschenkt hatte, nämlich der Schwager eines Portugiesen, der natürliche Sohn eines nicht sehr armen Müllers, dessen Milchbruder die Tochter eines ehemaligen Landarztes zur Frau genommen hatte, der selber der Milchbruder des Sohnes eines Milchmannes gewesen war, der sich später als natürlicher Sohn eines ändern Landarztes herausstellte, der sich dreimal verheiratete und dessen dritte Frau . . .
MR. MARTIN
Ich habe diese dritte Frau gekannt, wenn ich mich nicht irre. Sie aß Hühnchen in einem
Wespennest.
HAUPTMANN
Das ist nicht dieselbe.
MRS. SMITH
Pst!
HAUPTMANN
Ich sagte: . . . dessen dritte Frau die Tochter der besten Hebamme der Gegend war,
welche, frühzeitig Witwe geworden ...
MR. SMITH
Wie meine Frau l
HAUPTMANN
... sich wiederverheiratete mit einem schwungvollen Glaser, der ein Kind gezeugt hatte
mit der Tochter eines Bahnhofsvorstandes, der seine Laufbahn ...
MRS. SMITH
Seine EisenbahnI
MR. MARTIN
Wie beim Kartenspiel!
HAUPTMANN
... zu machen verstand und eine Krämerin von neunzehn Lenzen heiratete, deren Vater
einen Bruder aufwies, den Bürgermeister einer Kleinstadt, der sich zur Frau eine blonde Lehrerin genommen hatte, deren Neffe, ein Fischer...
MR. MARTIN
Giftmischer ...
HAUPTMANN
. . . eine zweite blonde Lehrerin zur Frau genommen hatte, welche auch Marie hieß,
deren Bruder eine dritte Marie ehelichte, ebenfalls eine blonde Lehrerin ...
MR. SMITH
Wenn sie blond ist, kann sie nur Marie heißen.
HAUPTMANN
. .. und deren Vater in Kanada von einer alten Frau aufgezogen wurde, die die Nichte
eines Pfarrers war, dessen Großmutter im Winter manchmal, wie alle Leute, einen Schnupfen bekam.
MRS. SMITH
Was für eine merkwürdige Geschichte! Kaum zu glauben!
MR. MARTIN
Wer den Schnupfen kriegt, muss schauen, dass er im Bade liegt.
MR. SMITH
Diese Maßnahme ist unnütz, aber absolut notwendig.
MRS. MARTIN
Entschuldigen Sie, Herr Feuerwehrhauptmann, aber Ihre Geschichte ist mir noch nicht
ganz klar. Ganz am Schluß, die Sache mit dem Kanonikus, scheint mir ein Lapsus.
MR. SMITH
Pfarren heißt knarren, das heißt: ein Kanonikus ist immer ein Lapsus.
MRS. SMITH
Ach, Hauptmann, fangen Sie von vorne an! Wir alle wünschen es.
Samstag, 12. März 2016
Theater kennt auch Heimweh - Jan Hus und die Realpolitik
"Das aber erfüllt mich mit Freude, daß sie meine Bücher doch haben lesen müssen, worin ihre Bosheit geoffenbart wird. Ich weiß auch, daß sie meine Schriften fleißiger gelesen haben als die Heilige Schrift, weil sie in ihnen Irrlehren zu finden wünschten."
Jan Hus in seinem Abschiedsbrief
Seit nunmehr fünf Wochen in Konstanz. Die Proben sind spannend, die Theaterwohnung ist erträglich, die Kollegen interessant, die Stadt geradezu niedlich. Und ich habe Heimweh.
Es ist leise hier, wenn man von den oft und lang läutenden Kirchenglocken absieht. Es ist sauber. Es ist reizend. Es ist schwäbisch, oberschwäbisch. Es macht früh zu, ist teuer und hatte scheinbar keinen zweiten großen Krieg. Der Sage nach haben die Alliierten, aus Sorge Schweizer Gebiet zu bombardieren, die Stadt, die schlauerweise und entgegen dem Verdunkelungsgebot hellerleuchtet blieb, verschont. Aber vielleicht war Friedrichshafen, ein wichtiges Zentrum der Rüstungsindustrie auch einfach nur interessanter. Die Altstadt von "Konschtanz" ist jedenfalls vollständig und nur wenige 60er Jahre Peinlichkeiten stehen verschämt hier und da zwischen all der mittelalterlichen Bürgerpracht.
Klimperkasten, Seekuh, Tolle Knolle, Laugele, Vogelhaus, Pizza Stüble heißen die Kneipen, am Wochenende stürmen sparsame Schweizer die Läden und das hiesige Pegidatrüppchen, so um die 50 Leute, hat es bisher noch nicht geschafft, ein Treffen zu organisieren, dem neuen Flüchtlingsheim, auf dem Gelände eines Tennisclubs, wird Widerstand geleistet, weil den prüden Fremden, der Anblick, der in Sichtweite am Bodensee Badenden nicht zugemutet werden kann.
Wie gesagt, alles ist gut und ich habe Heimweh nach meiner dreckigen, lauten, unordentlichen Stadt und nach meinen Freunden, die dort leben.
JAN HUS
1414 reiste Jan Hus unter Zusicherung freien Geleits zum Konstanzer Konzil.
Dort
erfolgte seine Verhaftung.
Am 6. Juli 1415 wurde er auf
dem Scheiterhaufen verbrannt.
Wiki schreibt: Jan Hus wurde der weltlichen Gewalt übergeben. Der Weg führte vom Münster über die heutige Wessenbergstraße (damals noch Plattengasse), Obermarkt, Paradieser Stadttor ein kurzes Stück Strecke Richtung Gottlieben zum Brühl. Kurz vor der Hinrichtung kam der Reichsmarschall von Pappenheim angeritten und forderte Hus im Namen des Königs Sigismund zum letzten Mal zum Widerruf auf. Hus weigerte sich. „Der Reichsmarschall schlug zum Zeichen der Exekution in die Hände. Die Fackel wurde an den Holzstoß gelegt“. Im Auftrag des Königs vollstreckte Pfalzgraf Ludwig das als Reichsgesetz geltende Urteil. Jan Hus wurde am Nachmittag des 6. Juli 1415 auf dem Brühl, zwischen Stadtmauer und Graben, zusammen mit seinen Schriften verbrannt.
Toller Artikel über Jan Hus und mittelalterliche Politik in Konstanz!
Jan Hus - so ein ahnungsloses, verblüfftes Gesicht!
Vision
Ich geh durch die greise, nächtige Stadt,
will wissen, was Konstanz für Träume hat.
Ob sich der alte Zauber schon brach?
Lichter erstehen und sterben im Hafen,
Giebelhäuser sinnen verschlafen
wilden, weiten Zeiten nach.
Etwas weht in dem Dämmer des Orts,
etwas wohnt in den dumpfen Gassen
noch von dem alten Pfaffenhassen
eines erlösenden Flammenworts.
Dunkel stiert ein gieriger Sinn
aus der ewigen Kälte der Säle,
und wie Gewänder der Kardinäle
schleppt der Wind an den Häusern hin.
Heimlich wie leise Knappen der Herrn
schwinden Schatten im Dämmerflocken...
über den Hafen von fern, von fern.
Und ich schaue zurück nach der Stadt,
will wissen, was Konstanz für Träume hat.
Und über dem schwarzen Zinnentor
wächst es reckenriesig empor,
wächst in das nächtige Glockengebraus,
wächst in die dröhnende Nacht hinaus.
Seltsam. - Ist das der Münsterturm? -
Schultern sind das, erstarkt im Sturm,
ehern, darauf geschraubt,
ruht,
sternumlaubt,
herrlich ein Heldenhaupt
mit dem Ketzerhut. -
Huß. Wie in der Worteschlacht,
hoch, wie einst beim Konzil.
Da weint die Nacht.
Und er nickt nur sacht
und lacht
über Kaiser- und Pfaffenspiel. -
So sah ich den Helden in nächtiger Stadt:
Er will wissen, was Konstanz für Träume hat. -
Ich geh durch die greise, nächtige Stadt,
will wissen, was Konstanz für Träume hat.
Ob sich der alte Zauber schon brach?
Lichter erstehen und sterben im Hafen,
Giebelhäuser sinnen verschlafen
wilden, weiten Zeiten nach.
Etwas weht in dem Dämmer des Orts,
etwas wohnt in den dumpfen Gassen
noch von dem alten Pfaffenhassen
eines erlösenden Flammenworts.
Dunkel stiert ein gieriger Sinn
aus der ewigen Kälte der Säle,
und wie Gewänder der Kardinäle
schleppt der Wind an den Häusern hin.
Heimlich wie leise Knappen der Herrn
schwinden Schatten im Dämmerflocken...
über den Hafen von fern, von fern.
Und ich schaue zurück nach der Stadt,
will wissen, was Konstanz für Träume hat.
Und über dem schwarzen Zinnentor
wächst es reckenriesig empor,
wächst in das nächtige Glockengebraus,
wächst in die dröhnende Nacht hinaus.
Seltsam. - Ist das der Münsterturm? -
Schultern sind das, erstarkt im Sturm,
ehern, darauf geschraubt,
ruht,
sternumlaubt,
herrlich ein Heldenhaupt
mit dem Ketzerhut. -
Huß. Wie in der Worteschlacht,
hoch, wie einst beim Konzil.
Da weint die Nacht.
Und er nickt nur sacht
und lacht
über Kaiser- und Pfaffenspiel. -
So sah ich den Helden in nächtiger Stadt:
Er will wissen, was Konstanz für Träume hat. -
Rainer Maria Rilke 1897
Montag, 7. März 2016
WAHLKAMPFKAPRIOLEN
DIE NPD ÜBERRASCHT DIE AfD MIT DEM ANGEBOT GEMEINSAM IN DEN LANDTAGWAHLKAMPF ZU ZIEHEN. DIE AfD REAGIERT ABLEHNEND,
DIE NPD IST GEKRÄNKT.
ÜBRIGENS NENNT SICH DIE NPD SELBST: DIE SOZIALE HEIMATPARTEI.
Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche!
Wilhelm II. zitiert von der NPD
Ich kann nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte. Max Liebermann
Mit der NPD haben wir keinerlei Schnittmengen. Eine Zusammenarbeit auf welcher Ebene auch immer ist nicht erwünscht.
AfD Pressesprecher
Die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.
Johann Wolfgang von Goethe
Taktisch gesehen ein cleverer Schachzug aber ich werde nur NPD ankreuzen. Ich persönlich traue der AfD nicht.
Tobias Wendt auf der NPD Facebook-Seite
DIE WAHL IN HESSEN:
http://www.huffingtonpost.de/2016/03/06/kommunalwahlen-hessen-npd_n_9395342.html
http://www.huffingtonpost.de/2016/03/06/afd-hessen_n_9394594.html?utm_hp_ref=germany
Auszug eines Beitrages auf der Website der NPD:
Im vergangenen Jahr sind 1,1 Millionen Asylbewerber und Flüchtlinge nach Deutschland gekommen. Auch in diesem Jahr ist nicht davon auszugehen, dass der Asylzustrom abebben wird. Deutschland wird sich massiv verändern, wenn der Massenzuwanderung nicht bald ein Riegel vorgeschoben wird.
Die Polizei ist schon jetzt kaum noch in der Lage, für Sicherheit, Recht und Ordnung zu sorgen. Nur rund zehn Prozent der Zuwanderer werden an der deutschen Grenze registriert, so werden weitere Gefahren für die innere Sicherheit importiert.
Uns ist bewusst, dass die AfD in zahlreichen Punkten andere Auffassungen als die NPD vertritt. Während die AfD die Zuwanderung steuern und organisieren will, wollen wir ihr endlich Einhalt gebieten. Während sie Asylbewerbern Zutritt zum deutschen Arbeitsmarkt gewähren wollen, wollen wir nicht, dass deutsche Arbeitnehmer in Konkurrenz und Unterbietungswettbewerbe mit ausländischen Lohndrückern gezwungen werden.
Doch trotz der politisch-inhaltlichen Unterschiede zwischen der NPD und der AfD haben wir erkannt, dass es nun nicht um Parteien, sondern um die Zukunft Deutschlands geht. Oder um es mit dem letzten deutschen Kaiser Wilhelm II. zu sagen: „Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche!"
Wiki sagt:
Am 4. August 1914 versammelte Kaiser Wilhelm II. in Berlin die Vertreter aller im Reichstag vertretenen Parteien um sich und erklärte in einer Thronrede:
„Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche! Zum Zeichen dessen, dass Sie fest entschlossen sind, ohne Parteiunterschied, ohne Stammesunterschied, ohne Konfessionsunterschied durchzuhalten mit mir durch dick und dünn, durch Not und Tod zu gehen, fordere ich die Vorstände der Parteien auf, vorzutreten und mir das in die Hand zu geloben."
DIE NPD IST GEKRÄNKT.
ÜBRIGENS NENNT SICH DIE NPD SELBST: DIE SOZIALE HEIMATPARTEI.
Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche!
Wilhelm II. zitiert von der NPD
Ich kann nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte. Max Liebermann
Mit der NPD haben wir keinerlei Schnittmengen. Eine Zusammenarbeit auf welcher Ebene auch immer ist nicht erwünscht.
AfD Pressesprecher
Die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.
Johann Wolfgang von Goethe
Taktisch gesehen ein cleverer Schachzug aber ich werde nur NPD ankreuzen. Ich persönlich traue der AfD nicht.
Tobias Wendt auf der NPD Facebook-Seite
DIE WAHL IN HESSEN:
http://www.huffingtonpost.de/2016/03/06/kommunalwahlen-hessen-npd_n_9395342.html
http://www.huffingtonpost.de/2016/03/06/afd-hessen_n_9394594.html?utm_hp_ref=germany
Auszug eines Beitrages auf der Website der NPD:
Im vergangenen Jahr sind 1,1 Millionen Asylbewerber und Flüchtlinge nach Deutschland gekommen. Auch in diesem Jahr ist nicht davon auszugehen, dass der Asylzustrom abebben wird. Deutschland wird sich massiv verändern, wenn der Massenzuwanderung nicht bald ein Riegel vorgeschoben wird.
Die Polizei ist schon jetzt kaum noch in der Lage, für Sicherheit, Recht und Ordnung zu sorgen. Nur rund zehn Prozent der Zuwanderer werden an der deutschen Grenze registriert, so werden weitere Gefahren für die innere Sicherheit importiert.
Uns ist bewusst, dass die AfD in zahlreichen Punkten andere Auffassungen als die NPD vertritt. Während die AfD die Zuwanderung steuern und organisieren will, wollen wir ihr endlich Einhalt gebieten. Während sie Asylbewerbern Zutritt zum deutschen Arbeitsmarkt gewähren wollen, wollen wir nicht, dass deutsche Arbeitnehmer in Konkurrenz und Unterbietungswettbewerbe mit ausländischen Lohndrückern gezwungen werden.
Doch trotz der politisch-inhaltlichen Unterschiede zwischen der NPD und der AfD haben wir erkannt, dass es nun nicht um Parteien, sondern um die Zukunft Deutschlands geht. Oder um es mit dem letzten deutschen Kaiser Wilhelm II. zu sagen: „Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche!"
Wiki sagt:
Am 4. August 1914 versammelte Kaiser Wilhelm II. in Berlin die Vertreter aller im Reichstag vertretenen Parteien um sich und erklärte in einer Thronrede:
„Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche! Zum Zeichen dessen, dass Sie fest entschlossen sind, ohne Parteiunterschied, ohne Stammesunterschied, ohne Konfessionsunterschied durchzuhalten mit mir durch dick und dünn, durch Not und Tod zu gehen, fordere ich die Vorstände der Parteien auf, vorzutreten und mir das in die Hand zu geloben."
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