Mittwoch, 16. Juli 2014

Schwäbisch Hall - Holbeins Madonna des Bürgermeisters Jacob Meyer zum Hasen

 
Die Madonna 
des Bürgermeisters Jacob Meyer zum Hasen
oder prosaischer, die Darmstädter Madonna, 
da das Bild bis 2011 in Darmstadt beheimatet war.




Das Bild ist 1526 von Hans Holbein in Basel, als Auftragswerk des Basler 
Bürgermeisters Jakob Meyer zum Hasen, gemalt worden. Es zeigt ihn, sowohl 
mit seiner bereits verstorbenen als auch seiner lebenden Frau sowie mit seiner 
Tochter, alle um Maria mit dem Kind gruppiert. Die Identität des jüngeren Mannes 
links ist ungeklärt. Ich glaube Jakob hat gern getrunken, solch rote Bäckchen 
und auch die Nase hat man nicht umsonst.





AN DIE MADONNA

Viel hab’ ich dein
Und deines Sohnes wegen
Gelitten, o Madonna,
Seit ich gehöret von ihm
  In süßer Jugend;
Denn nicht der Seher allein,
Es stehen unter einem Schiksaal
Die Dienenden auch. Denn weil ich
Und manchen Gesang, den ich
Dem höchsten zu singen, dem Vater
Gesonnen war, den hat
Mir weggezehret die Schwermuth.

Doch Himmlische, doch will ich
Dich feiern und nicht soll einer
Der Rede Schönheit mir
Die heimatliche, vorwerfen,
Dieweil ich allein
Zum Felde gehe, wo wild
Die Lilie wächst, furchtlos,
Zum unzugänglichen,
Uralten Gewölbe
Des Waldes,
das Abendland,

und gewaltet über
Den Menschen hat, statt anderer Gottheit sie
Die allvergessende Liebe. 

Friedrich Hölderlin
(Entwurf zu einer Hymne)




Kommentare:

  1. Mireille Adieu schrieb:
    an dem bild fällt immer wieder die fotographische lebendigkeit der gesichter auf, das hat mich jedesmal begeistert. die gesichtsröte weist allerdings eher auf eine rosazea als auf trunksucht hin, darauf lässt die schmetterlingsförmige ausbreitung über die wangen schließen, auch das kinn ist betroffen.

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  2. Die Lieblingsnasen von Hans Holbein d.J. : Irgendwie scheinen alle untereinander und mit Maria verwandt.
    ( Die Babynäschen müssen sich noch bisschen strecken.)

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