Freitag, 18. März 2011

Harlem - Langston Hughes


HARLEM
Langston Hughes
 
What happens to a dream deferred?
Does it dry up
like a raisin in the sun?

Or fester like a sore—
And then run?

Does it stink like rotten meat?

Or crust and sugar over—
like a syrupy sweet?
Maybe it just sags
 
like a heavy load.
 

Or does it explode?
 
Was geschieht mit einem aufgeschobenen Traum?
 
Vertrocknet er
wie eine Rosine in der Sonne?
oder eitert wie eine Wunde - und läuft dann (weg)?
Stinkt er wie verfaultes Fleisch?
Oder verkrustet und verzuckert er
wie süßer Sirup?  

Vielleicht sackt er nur
wie eine schwere Last.
 
Oder explodiert er?

Übersetzung: ich

Kommentare:

  1. Ötti schrieb: Hm. Kann man Träume überhaupt aufschieben, doch wohl eher ihre Umsetzung oder aber das Träumen. Ich denke, ich verstehe, was er meinte, vielleicht sogar, wovor er sich gefürchtet haben könnte. Aber die Bilder scheinen mir doch ziemlich gequält in ein Gedicht gedrückt.
    Nur der letzte Gedanke fesselt mich: dass ein Traum in einem Gehirn explodieren könnte.

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  2. Im Englischen klingt es weniger trivial, glaube ich. 1951 geschrieben, hatte das Gedicht eine enorme Wirkung auf die schwarze Bevölkerung in den USA, sie hatten, offiziell, bereits Rechte, aber, praktisch, wurden sie nach wie vor, als Bürger zweiter Klasse behandelt. Ich denke, eine Menge, des heutigen rassistischen Hochmuts auf beiden Seiten, hat seine Wurzeln in dieser "Zwischenphase". (Es gibt auch ein Stück: "Raisin in the sun", das verfilmt wurde.) Hoffnung machen ohne die Möglichkeit, dass die Hoffnung realisierbar werden könnte. Erst 1963 folgte dann die berühmte Rede von Martin Luther King: "I had a dream!"

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