Sonntag, 23. Juli 2017

Theaterwohnung 13

Hässlichkeit ist wie eine Keule. Sie haut Dich um. Hinterrücks.
Holzimitattapete, selbst das Wort ist eine monströse Konstruktion. Schwammtechnik in orangerot links und rechts, dazwischen schlecht nachempfunden gemalte Bretter. Die restlichen Wände erstrahlen in graugelbweiß. Warum nur? Die 100% Polyester-Bettwäsche schmiegt sich liebevoll in orangegelbgrünweiß der Wanddekoration an.
Wer denkt sich solch einen Tisch aus? Plump und ungelenk, obwohl er rollt. Dickes totes Holz, das aussieht, als wäre es nie ein Baum gewesen. Derselbe Rohstoff wurde auch für die dicklichen Nachttischen verwendet. Das silberne Sofa hat silberne Kissen, mit silbernem Kringelmuster. Die nicht wirklich weißen Wände wurden mit Bildern dekoriert. Wer malt solche Bilder? Menschen auf Droge? Menschen im Wahn? Menschen, die Maler werden wollten? Menschen?
Was gut ist, die Wohnung liegt mitten im Zentrum. Sie ist sauber. Zwei Zimmer und ein Bad mit Boiler, der den 40. Jahrestag der DDR noch miterlebt hat. Heiß geht, kalt geht. Da muß man sich schnell die Haare waschen. Das hält wach.
Alles in diesen Räumen ist irgendwie ok und gleichzeitig grauenhaft grässlich. 








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