Donnerstag, 2. November 2017

Ich auch, und ihr? Etwa auch?

Kevin Spacey, Dustin Hoffman die Liste der Täter wird länger, täglich. Diese Kerle haben sich schlecht benommen. Sie waren zu bestimmten Zeiten, betrunken oder nüchtern, Arschlöcher. Aber gibt es auch weibliche Mistschweine?
"House of Cards" wird keine nächste Staffel haben, "Reifeprüfung" ist nun ein mieser Film? 
Ich weiß nicht mehr, was ich meinen soll. 
Wie werden wir in Zukunft miteinander umgehen? 
Ich bin aus diesen Kämpfen, unfreiwillig, raus. 
Frauen außerhalb des gebärfähigen Alter sind, für Jäger, nahezu unsichtbar. 
Aber wie läuft es jetzt zwischen euch jungen, unbedachten, sehnsüchtigen Unsicheren? 
Vergewaltigung ist ein Verbrechen. Mißbrauch von ökonomischer Macht zur Befriedigung nicht erwiederten Verlangens sollte es sein.
Aber. ABER. Aber, was ist, wenn mein Vierzehnjähriges Ich sich in einen um vieles Älteren verliebt? 
Wenn Karrierewunsch und Bewahrung der eigenen Würde mein persönlicher Kampf ist? Und diesen Kampf habe ich gebraucht, um die zu werden, die ich bin.
Mit Vierzehn war ich außen vor, ahnungslos, aber schon mit Sechzehn habe ich dumme Entscheidungen ganz allein, absichtsvoll getroffen, aus Abenteuerlust, um wildes Zeug zu erleben, um Spaß zu haben, um erwachsen zu werden. 
War ich also Opfer, der Männer, die ich in diesem Alter gevögelt habe, oder haben sie mich mißbräuchlich gevögelt? Wer hat wen erjagt?
Ich weiß um die Macht weißer Männer, aber ich weiß auch um meine jugendliche Lust auf Abenteuer, um meine mir noch selbst unbekannte Lust. 
Ich kann mit meinen Irrtümern leben. 
Bin ich trotzdem ein Opfer? Oder ein experimentierfreudiges pubertierendes Mädchen mit heftigen eigenen Interessen?
Ich weiß es nicht. Und mag Männer immer noch, nicht alle, aber manche. Und mit Frauen geht es mir genauso.
Machtmißbrauch ist ein subtiles Maschinengewehr. Wer schießt?



nnn

Kommentare:

  1. Deine Überlegungen und Fragen sind wichtig, denke ich, um zu unterscheiden zwischen der Verführung, die der eigenen Veführbarkeit entgegen kommt (das betrifft beide Seiten), und dem strukturellen Machtmissbrauch, der sich über den Willen des anderen Menschen durch Gewalt oder auch Manipulation hinwegsetzen kann.
    Aber warum braucht es da jetzt erst den Fokus auf die Glitzerwelt einiger Prominenter? Warum gab und gibt es keine anhaltende mediale und gesellschaftliche Wachheit gegenüber sexualisierter Gewalt an Mädchen und Jungen und Frauen und Männern, in strukturell geschlossenen Systemen, in denen die Opfer des Machtmissbrauchs subjektiv oder objektiv außerstande sind, sich zu schützen und zu wehren? In Kinderheimen, in Haftanstalten, im Sport, im medizinischen Bereich, im kirchlichen Raum...
    Ja, manchmal bekommen solche Schweigesysteme Risse, dann wird öffentlich kurz gestaunt und empört, dann wird vielleicht auch mal jemand versetzt, und dann ist Stille.


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  2. Sie beatworten sich selbst.
    "aber schon mit Sechzehn habe ich dumme Entscheidungen ganz allein, absichtsvoll getroffen".
    Opfer entscheiden nicht. Über Opfer wird entschieden.

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  3. Danke Johanna! Zu Kevin Spacey. Was macht ein 14jähriger bei ne privaten Schwulenparty im Schlafzimmer? Ohne „erwachsene Begleitung“. Er hat sich sicher als älter ausgegeben, war neugierig und fühlte sich geschmeichelt, so nah am „VIP-Glamour“ zu sein. Dann bleibt er, bis die meisten Gäste gegangen waren?! Er muss mitbekommen haben, was bei ner Schwulenparty (alle nur Jäger! Ich weiß wovon ich spreche.) abgeht. Ich kann nicht zum Asiaten gehen und erwarten, dass es da keinen Reis gibt! Sorry. Ich hatte mit 13 meine ersten sexuellen Erfahrungen und wir sprechen hier von den frühen 70er Jahren in der DDR-Provinz. Als schwuler „Jungstar“ musste ich mich oft gegen charmante (aber eindeutige) oder grobe Anmachen wehren. Ich habe schlechte Kritiken bekommen, weil ich den Kritiker „von der Bettkante geschubst habe“. Ich wurde nicht besetzt, weil ich die Hand des Redakteurs von meinem Schenkel nahm. Uvm. Jeder muss sich entscheiden, wie und WANN er reagiert. All diese Erlebnisse haben mich in keinster Weise traumatisiert! Nach 30 Jahren mit so ner fragwürdigen Geschichte auf den „Me-Too-Zug“ zu springen, um mal wieder im Gespräch zu sein, verbietet mir zum Glück meine gute Erziehung. Die aktuelle Debatte ist gefährlich, denn es fehlt an Differenzierung und Missbrauchsvorwürfe sind immer ein Totschlagargument.

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  4. danke Johanna, es ist so erfrischend differenziert wie hier dargestellt. Ich staune manchmal wie unterschiedlich dieser Diskurs in US oder Deutschland sich ergibt.

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  5. Victimblaming vom feinsten. Wie soll diese Branche sich ändern, wenn nicht mal ihre Mitspieler bereit sind sexuell übergriffiges Berufsverhalten zu verurteilen?

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  6. Bei Kevin Spacey sind es inzwischen acht Männer, die Vorwürfe erheben. Die wollen bestimmt auch alle nur Aufmerksamkeit?
    Und Herr Freihof findet auch sicher, dass sie sich nicht so anstellen dürften, denn beim Asiaten ist der Reis nun mal inklusive.

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  7. Der Inhalt meiner Worte verändert sich nicht durch einen Namen.
    Fakten werden nicht weniger, wenn man sie schimpfen nennt.

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    1. Hier hat nirgendwo "victim-blaming" betrieben. Aber sowieso führe ich keine Gespräche mit menschen ohne Namen.

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  8. Sie beschreiben unausgegorene erotische Entscheidungen, die Ihr jugendliches Ich getroffen hat. Ihre Entscheidungen.
    Was haben Ihre Entscheidungen mit Menschen zu tun, die ungewollt betascht werden? Und schlimmeres. Diese Menschen haben keine Entscheidung dafür getroffen.
    Was denken Sie, wie viele, die Belästigung und mehr erfahren haben, ihre Erlebnisse als "wildes Zeug", "Spaß" oder "erwachsen werden" beschreiben würden?
    Ich bin sicher, Sie können den Unterschied erkennen.

    Herr Freihof beschreibt sexuelle Belästigung als gehöre sie zum Berufsbild. Eine Nebenwirkung, die man abschütteln muss.
    Ich sehe das anders.
    Wenn ich Schauspieler werde unterschreibe ich nicht für den Verlust meiner sexuellen Selbstbestimmung. Niemand tut das. In keinem Beruf.
    Es als Bagatelle zu relativieren erschafft das Problem.

    Opfer sexueller Belästigung, Bedrängung, sexuellen Mißbrauchs werden mit stets denselben Sätzen konfrontiert, wagen sie es darüber zu sprechen.

    Es war einvernehmlich.

    Er/sie will sich nur rächen.

    Es ist gelogen.

    In prominenten Fällen - er/sie will nur öffentliche Aufmerksamkeit.

    Wenn es die Wahrheit ist, warum hat er/sie so lange geschwiegen?

    Er/sie hat das doch selbst provoziert, sonst wäre er/sie doch nicht so spät noch im Park gewesen, auf der Party, so angezogen gewesen, etc.

    Suchen Sie selbst nach den Merkmalen von "victim blaming". Ich bin sicher, sie werden finden.

    Wenn acht Menschen "Rauch" rufen, denken Sie wahrscheinlich über Feuer nach. Wenn acht Menschen über den Missbrauch durch einen Menschen berichten ist es fragwürdig.

    Warum ist das so?

    Abschließend - in Abwandlung: Wer die Wahrheit nicht kennt ignoriert lange vieles, wer sie kennt und relativiert ist nicht Teil einer Lösung.

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    1. Wenn ich das Wort "Wahrheit" höre, wird mir übel. Nichts gegen Fakten und dergleichen. Aber bitte nicht Wahrheit. Wer mit dieser Keule kommt, hat meistens wenig Interesse an einer Klärung von Sachverhalten und den zugehörigen Fakten.

      Werter Anonym: Leute wie Sie, die immer genau wissen, wer da wiedermal am lügen ist, sind es, die es anderen Menschen so schwer machen, abweichende Erfahrungen und Meinungen zum Ausdruck zu bringen. Herr Freihof hat gelogen, aber die sechs Männer sagen die Wahrheit. Werter Anonym: woher wissen Sie das?

      Sie sind der Grund, warum man Mut braucht, um überhaupt den Mund aufzumachen.

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  9. Wo habe ich Herrn Freihof einer Lüge bezichtigt? Lesen Sie bitte genauer!

    Ich sage im Gegenteil, dass er Anthony Rapp fragwürdig nennt und mutmaßt dieser wolle auf den "Me too"-Zug aufspringen und ins Gespräch kommen.
    Er nimmt dies in Unkenntnis aller Beteiligten und der damaligen Geschehnisse an.
    Er stellt weiter fest, dass die eigenen Erlebnisse mit sexueller Belästigung ihn nicht traumatisiert haben. Gut für ihn.
    Was er nicht sagt ist, ob er lieber ohne ausgekommen wäre. Wie anzunehmen ist.
    Was er nicht sagen kann ist, was anderen passiert und wie diese damit zu verfahren haben. Was wen in welchem Umfang traumatisiert und was er deswegen thematisiert obliegt der individuellen Entscheidung jedes einzelnen.
    Wer, wie Herr Freihof, andere Opfer in Unkenntnis sämtlicher Umstände "fragwürdig" nennt, ist Unterstützer von Umständen unter denen er selber zu leiden hatte.
    Er sollte es besser wissen, anstatt es mit den allzu bekannten Argumenten zu relativieren.

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  10. Anmerkung für Herrn Zöllner: Ihnen ist bewusst, dass die Wortwahl "Wahrheit" sich in der Abwandlung eines Brecht-Zitates begründet?

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    1. Was das Brechtzitat betrifft: da reicht leider meine Bildung nicht hin. Sorry.
      Bei den verschiedenen Stellen in Ihren Posts, wem jetzt wo wieder was vorzuwerfen ist, bin ich durcheinandergekommen. In diesem Fall liegt das Lügen also nicht bei Herrn Freihof, sondern bei denjenigen, die sich gegen, möglicherweise berechtigte, Vorwürfe zur Wehr setzen. Ebenfalls sorry, daß ich da etwas verwirrt bin.
      Was auf keinen Fall in Zweifel zu ziehen ist, daß die Täter Täter sind und die Opfer Opfer. Unabhängig davon, was ein Gericht dazu möglicherweise feststellen könnte. Denn das erledigen an deren Stelle anonyme Internetagenten für sie. Da braucht es keine Gerichtsverhandlung. Können wir gerne drauf verzichten.
      Und alle die sich erdreisten, auf eigene Erfahrungen zu rekurrieren, nehmen immer für die Täter Stellung, sind also selber irgendwie Täter, zumindest sind sie irgendwie schmuddelig mit ihren "unausgegorenen sexuellen Entscheidungen", sollten also lieber die Klappe halten.
      Ich halte jetzt jedenfalls die Klappe. Erstmal.
      Tschüß!

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  11. Ich empfinde Ihren Beitrag inhaltlich verworren und schwierig nachzuvollziehen. Ich glaube, dass das vor allem daraus resultiert, dass Sie den Inhalt meiner Beiträge ablehnen - allerdings auch nicht argumentativ widerlegen können. Deswegen fällt es Ihnen offenbar schwer Ihren Unmut in ein sachlich stimmiges Gerüst zu ordnen.
    Wenn Sie Johanna Schalls Worten zustimmen, dann sollten Sie versuchen dies inhaltlich zu tun. Sarkasmus und Trotz ersetzen keine Argumentation.

    Ich werde Ihnen darlegen, warum ich Frau Schalls Worte fatal finde.

    Als Dustin Hoffman von einer 17jährigen "hartgekochte Eier und eine weichgekochte Klitoris" orderte tat er das öffentlich. Und alle Anwesenden lachten. Er betaschte sie und trug ihr auf Sex zu haben.
    Sie suchte ein übergeordnetes Gespräch. Ihre Vorgesetzte riet ihr es nicht so zum Thema zu machen, man müsse halt manchmal Kompromisse machen.
    Im Englischen gibt es ein Wort für die Lachenden, die Vorgesetzte und alle ähnlichen: enabler. Ermöglicher.
    Sie ermöglichen ein Klima des unangebrachten Verhaltens. Von Worten bis Taten.

    Die deutsche Schauspielerin Brigitte Zeh arbeitet in Deutschland und international. Sie spricht von Sexismus und Chauvinismus bei ihrer Arbeit in Deutschland. Die Arbeit in Schweden beschreibt sie anders.
    Selbst "nur" chauvinistische Sprüche ernten dort keine Lacher. Man ist davon unangenehm berührt, es wird nicht als akzeptabel betrachtet. Die enabler fehlen, Sexismus ist kein sozialer Pluspunkt, der Nährboden für alles darüber hinausgehende ist karg.
    Vielleicht war es dort auch einmal anders. Und das Berufsklima hat sich zusammen mit der Gesellschaft dorthin entwickelt. Die Schweden sind in diesen Fragen weiter als wir.

    Der Unterschied, was als gesellschaftlich akzeptabel betrachtet wird, ist markant. Und sicher nicht erreicht worden, weil Menschen sexuelle Belästigung als geringfügig abgetan haben.
    Sicher nicht erreicht worden, weil Opfern nicht geglaubt wurde. Sicher nicht erreicht durch "Ist doch nicht so schlimm, komm' 'drüber weg!".

    Enabler sind gefährlich. Sie sind ein Problem. Menschen, die Sexismus nicht bis zu seinen Wurzeln verstehen, sind ein Problem. Ein Hemmschuh gesellschaftlicher Weiterentwicklung.

    Frau Schall versteht nicht, dass unbedarftes, jugendlich entschiedenes aber einvernehmliches vögeln niemanden zu einem Opfer macht. Nicht sie. Nicht die Männer.
    Die Frage danach bezeugt vollkommenes Unverständnis über die Natur von Sexismus und den vielfältigen Machtmissbrauch, der darin im­ma­nent ist. In Wort. In Tat.
    Einvernehmlichkeit ist das Gegenteil dessen. Und nicht das Thema von "me too".
    Wenn eine verständige Frau wie sie den Hohn für tatsächliche Opfer in der von ihr gestellten Frage nicht erkennen kann, dann sehe ich Probleme Männern zu erklären wo die Grenzen liegen und wann sie überschritten werden.

    Wenn nicht einmal sie den Unterschied zwischen absichtsvoll dummen Entscheidungen und Übergriff verorten kann, wenn nicht einmal sie die Grenze zwischen erotischer Abenteuerlust und ungefragter Belästigung erkennt - dann ist das ein beklagenswertes Zeugnis von gesellschaftlich verinnerlichtem Sexismus. Und nicht hilfreich.

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  12. Sehr geehrter Herr Anonym, der Sie namenlos bleiben, das wird hier keine Diskussion, sondern eine Ansammlung verächtlichmachender, hochmütiger Belehrungen durch Sie an verschiedenen Menschen mit sehr differenzierteren Meinungen, als Sie lesen wollen oder können. Niemand hat Abenteuerlust und Sexismus gleichgestelt, wie Sie es uns unterstellen. Wir haben über sehr spezifische Fragen zu beidem geschrieben und ihre Keule des gleichmachenden Abwatschens ist, um Ihr Wort zu verwenden, nicht hilfreich.

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  13. Die Unschuldsvermutung gilt übrigens für alle Menschen. „Jeder Mensch, der einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, ist solange als unschuldig anzusehen, bis seine Schuld in einem öffentlichen Verfahren, in dem alle für seine Verteidigung nötigen Voraussetzungen gewährleistet waren, gemäß dem Gesetz nachgewiesen ist.“

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  14. Ich stimme der Unschuldsvermutung zu. Trotzdem sie im Gesetz für Opfer nicht festgeschrieben ist, sollte sie auch für sie gelten.
    Die Verächtlichmachung einer Aussage durch Mutmaßungen wie "der hat sich älter gemacht, eingeschlichen und wollte in Glamour baden" oder "der wollte wahrscheinlich ins Gespräch kommen und auf den 'me too' Zug aufspringen" ist deshalb zu verurteilen.
    Ich bin sicher, Sie betrachten anständiges Benehmen nicht nur gegen potentielle Täter als notwendig, sondern auch gegenüber potentiellen Opfern.
    Dass Sie trotzdem kein "victim blaming" in diesen Beiträgen erkennen können ist deshalb irritierend.

    Irritierend ist auch, dass Sie nicht verstehen können, dass eine Verliebtheit Ihres 14jährigen Ichs in Ältere kein ABER darstellt. Dass Ihre eigenen Entscheidungen, Entscheidungen eines jeden, nicht Thema der von Ihnen zitierten Aktion "me too" sind - sondern ihr Gegenteil.

    Sie können sich als Opfer Ihrer Irrtümer betrachten. Es sind Ihre. Es sind nicht die Irrtümer anderer Menschen, die fälschlich und verabscheuungswürdig dachten, dass ihre ungefragte Annäherung ihr Recht sei.
    Solange Sie entscheiden, aus Abenteuerlust, aus unbekannter Lust, warum auch immer - solange sind Sie das Opfer Ihrer eigenen Handlungen.
    Damit sind Sie unvergleichbar mit den Opfern der Handlungen anderer.

    Und wenn Sie diese Unterscheidung nicht treffen oder wahrnehmen können, dann missverstehen Sie was sexuelle Belästigung ist - und relativieren sie gleichzeitig. Weil Sie gleichsetzen, was nicht und niemals gleichzusetzen ist.

    Und das ist mein Kritikpunkt an Ihrem Blogbeitrag.

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  15. Schade, kein Gespräch. Wieder eine Predigt. Der Punkt, um den es mir und, ich glaube auch einigen anderen Kommentatoren geht, ist nicht Gleichsetzung zweier verschiedener Dinge, sondern Präzisierung der Unterschiedlichkeit. Ich schrieb: "Vergewaltigung ist ein Verbrechen. Mißbrauch von ökonomischer Macht zur Befriedigung nicht erwiederten Verlangens sollte es sein.
    Aber. ABER. Aber, was ist, wenn mein Vierzehnjähriges Ich sich in einen um vieles Älteren verliebt?"
    Das meine ich fragen zu dürfen, weil in der momentanen Debatte einiges durcheinander geht, ein Topf für vieles, dass nicht immer hihein gehört.
    Also bitte ich sie, lesen Sie, was ich schreibe, und nicht, was Sie meinen, dass ich schreiben sollte. Dazu haben andere sehr Kluges geschrieben. Mein Thema war ein anderes.

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  16. Auch auf die Gefahr hin zu predigen - ABER steht nach einer Aussage und vor der sie betreffenden Einschränkung oder einem sie betreffenden Widerspruch.
    Ihr 14jähriges Ich ist keine Einschränkung oder ein Widerspruch Ihrer zuvor getroffenen Aussagen. Es hat schlicht und ergreifend nichts damit zu tun.
    Und nochmals: Ihre Opferfrage missversteht Opfer von sexueller Belästigung sein. Wie kommen Sie überhaupt auf diese Frage?
    Wie gelangen Sie zu dem Gedanken, dass Ihre eigenen Entscheidungen die Titelfrage "Ich auch, und ihr? Etwa auch?" erlauben?
    IHRE Entscheidungen. Und deswegen kann die Antwort auf Ihre Titelfrage anhand der im Beitrag verfügbaren Informationen nur lauten: "Sie nicht.".
    Das ist mit "me too" nicht gemeint. Sie selbst werfen in den Topf hinein, was dort nichts zu suchen hat.

    Wenn Sie den Topfinhalt sortieren wollen, warum füttern Sie ihn?
    Und was gehört denn Ihrer Meinung nach nicht in den Topf?
    Schlechte persönliche sexuelle Entscheidungen? Natürlich gehören die nicht dort hinein. Warum sie einbringen?

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  17. Was ist mit "me too" gemeint?
    Das entscheidet jede/r, wie sie/er sich davon angesprochen fühlt. Keine/r kann vorweg bestimmen, worin genau dieses 'sich angesprochen fühlen' besteht. Das ist genau das Problem: die Verführung für jedermann/-frau, zu glauben, hier den Richter spielen zu dürfen. Jede/r darf sich angesprochen fühlen: "Ich auch, und ihr? Etwa auch?"
    Genau deshalb hat Frau Schall jedes Recht, sich den "Topfinhalt" genauer anzusehen und sich zu fragen, was ihre eigenen Erfahrungen damit zu tuna haben.
    Und zwar ohne - ich wiederholge: ohne -, daß irgendjemand sich ein Urteil über ihre Motive erlauben dürfte oder ihr Vorwürfe machen dürfte, weil sie es wagt, eine Frage zu stellen oder etwas, über das irgendein mainstream längst sein Urteil gefällt hat, noch einmal in Frage zu stellen.
    Was Frau Schall geschrieben hat, darf gelesen werden. Was Frau Schall geschrieben hat, darf hinterfragt werden. Aber jede Unterstellung, sie könnte oder würde vergangenen Mißbrauch rechtfertigen oder künftigen Mißbrauch anbahnen, hat zu unterbleiben!
    Das fordert der menschliche Anstand im Umgang miteinander! Auch dort, wo er nicht face to face stattfindet.

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  18. "Me too" ist eine Sammlung von Aussagen, in denen Menschen sexuelle Übergriffe, verbale wie körperliche, durch andere Menschen beschreiben.
    Frau Schall hingegen beschreibt eigene Entscheidungen und fragt, ob diese sie zum Opfer machen. Sie fragt weiter, wer wen erjagt hat im Zuge dieser erotischen jugendlichen Entscheidungen.
    Wie hoch beurteilen Sie die Wahrscheinlichkeit, dass ein Opfer sexueller Übergriffe sich fragt, ob es seinen Täter "erjagt" hat?
    Frau Schalls, das Thema unverstehende, Fragen verwässern den sehr klar zu definierenden Umstand sexueller Belästigung.
    Das hilft nicht.
    Ich bitte Sie nochmals genau zu lesen - ich unterstelle ihr nicht Missbrauch zu rechtfertigen. Wenn Sie nicht genau sind wird der Vorwurf der Unterstellung zum Bumerang gegen Sie selbst.
    Ich sage - durch diese Verwässerung und unzulässige Gleichsetzung relativiert sie. Denn sie mischt eigene Entscheidungen in ein Thema, bei dem es genau darum geht keine eigene Entscheidung zu haben.

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  19. Sie mißverstehen, warum auch immer, worum es mir geht. Und ich beende diese Auseinandersetzung für mich hier. Sie wollen urteilen, ich will Fragen stellen. Und Herr Zöllner hat recht, das darf ich. Dies ist kein Leitartikel, sondern es ist mein Blog, meine Gedanken, meine Fragen.

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  20. Sie dürfen. Aber die Frage nach einem Opferstatus basierend auf eigenen Entscheidungen entbehrt jeder Grundlage des Umfelds, in dem sie gestellt wurde.

    Ich habe einen vorherigen Beitrag zu "Me too" auf diesem Blog nachgelesen. Darin schreiben Sie bereits:
    "Erstens werden hier, so scheint es mir, sehr verschiedene Dinge in einen brodelnden politischen Topf geworfen."
    Was gehört denn Ihrer Meinung nach nicht hinein und befindet sich dort?
    Wo sehen Sie den thematischen Abklärungsbedarf?
    Denn ich kann mich nicht erinnern im Topf der Diskussion einverständliche erotische Interaktion verrührt gefunden zu haben, die einer Intervention bedurft hätte.

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  21. Im vorherigen Beitrag findet sich ebenfalls der Satz:

    "Ist es wirklich die hilflose Opferposition, aus der wir kämpfen wollen?"

    Das ist der Kern, nicht wahr? Das ist, was Sie beschäftigt. Dass Frauen Opfer sein könnten. In ihrer Welt haben sie das nicht zu sein. Frauen haben stark zu sein, aus Stärke heraus zu kämpfen.

    Also suchen Sie nach Lücken im Opfersein. Eigene Verführung. Komplimente. Sie ziehen heran, was erlaubt zu interpretieren, dass Frauen nicht Opfer sind. Darum geht es.

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  22. Warum dann die Frage nach der "hilflosen Opferposition"?

    Warum formulieren Sie:
    "Aber, zweitens, warum eilen wir Frauen jetzt übereifrig zur Stelle und erklären uns zu Opfern der Männerwelt? Ist es wirklich die hilflose Opferposition, aus der wir kämpfen wollen?"

    Frauen erklären sich gerade nicht "zu Opfern der Männerwelt". Aber zunehmend mehr beschreiben, dass sie Opfer von verachtenswertem Verhalten sind. Niemand tut das "übereifrig" - es ist überfällig.
    Was finden Sie daran falsch? Was stellen Sie daran in Frage? Denn Sie fragen.

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  23. Wenn Sie meine Frage nicht beantworten wollen - meinetwegen. Dann beantworte ich Ihre.
    Frauen "eilen nicht übereifrig zur Stelle" - Sie merken, dass das respektlos formuliert ist?
    Ich denke, die meisten Frauen würden sich wünschen, sie hätten zu diesem Thema nichts zu erzählen.
    Jene, die es trotzdem haben, erklären sich nicht "zum Opfer der Männerwelt". Denn es gibt keine "Männerwelt". Es gibt Männer, die Frauen gegen ihren Willen sexualisieren. Ungefragt. Unangemessen. Übergriffig. Deren Verhalten geduldet, akzeptiert und bagatellisiert wurde.
    Deren Verhalten im Schatten von Schweigen keine Konsequenzen befürchten musste.
    Wenn Frauen dagegen ansprechen und dieses Schweigen brechen - dann wählen sie keine "hilflose Opferposition". Sie beweisen Mut und Stärke. Mehr, als Sie fähig sind wahrzunehmen. Mehr, als Sie ihnen zubilligen, indem Sie diesen Mut zur "Opferposition" deklassieren.
    Jede Frage hat ein "Warum", so auch Ihre.
    Und die Antwort ist: Weil es notwendig ist. Weil es genug ist. Weil unsere Gesellschaft es besser machen könnte. Weil unsere Gesellschaft es besser machen muss.
    Sie mögen das nicht verstehen. Sie mögen es "übereifrig" finden.

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    1. Wie viel hätte mich eine professionelle Psychoanalyse gekostet. Sie ersparen mir diese Ausgaben.

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  24. Quatsch, Predigt oder Psychoanalyse?

    Und wenn letzteres - was bedeutet es, wenn jemand mit Sarkasmus reagiert?

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  25. Ihr Blog hat eine Suchfunktion. Ich habe sie benutzt:

    Johanna Schall am 1.11.2014
    "Wenn ich "gleichberechtigt" bin, nicht durch körperliche oder hierarchische Gewalt bedroht, warum kann ich mich dann nicht "gleichberechtigt" wehren? Warum sollte ich Opfer, sein wenn ich dem anderen, dem Mann in diesem Fall, als Gleichberechtigte begegne?"

    Antwort: Nur weil Sie es können sollten Sie es nicht müssen. Das ist Akzeptanz von übergriffigem Verhalten, weil Sie damit umgehen können. Und alle anderen sollen diesem Beispiel folgen? Und wenn sie es nicht können?

    "Und Frauen tuen so etwas nicht? Wir sind rund um die Uhr sensibel? Wir schauen auf nicht Ärsche, Münder, etc. und erwarten Reaktionen? Und wenn sie nicht kommen, sind wir sauer."

    Frauen als Jäger statt Opfer ungewollter erotischer Aufmerksamkeit. Da ist das Thema wieder. Glauben Sie wirklich, dass alle Frauen sauer werden, wenn ihr Arsch keine Aufmerksamkeit bekommt? Sehen Sie Frauen als stets darum bemüht von Männern bemerkt zu werden? Und ist jede dieser "Aufmerksamkeiten" deswegen von den Frauen verursacht?

    "Du und ich werden von Arbeitgebern angemacht, angewiesen, eingeschräkt und wehren uns, so gut wir können. Das Laufen durch die Stadt ist im Vergleich dazu harmlos."

    Ist Belästigung niederrangig, wenn es größere gibt? Ist die Hand auf der Brust gut, weil es auch eine Vergewaltigung hätte sein können?
    Und wieso fragen Sie sich nicht, ob niederschwellige Belästigung ursächlich ist für jene, die Sie im Beruf erleben?
    "Wehret den Anfängen." - warum entschuldigen Sie, was Ihnen an Belästigung zu klein erscheint?
    Und wieso fragen Sie sich nie, ob die Notwendigkeit sich wehren zu müssen normal ist?

    "Vergewaltigung ist ein Verbrechen. Machtmißbrauch auch. Aber solange ich mich in einem Bereich bewege, in dem ich mich wehren kann, will ich als Gegner anerkannt werden."

    Wieder - warum wollen Sie kämpfen? Warum nicht jede Form von Belästigung systemisch verurteilen. Warum diese Vergebung gegen "Kleindelikte"?
    Damit Sie als Gegner anerkannt werden und Stärke zeigen können? Sich beweisen, dass Sie nicht Opfer sind?

    "Mehr entspannte Hinnahme. Manche Männer plappern hormonell gesteuerten Quatsch. Manche gehen etwas zu weit und werden von erwachsenen Frauen zurechtgewiesen. Erst dann beginnt der Bereich des "harrasments"."

    Warum wollen Sie, dass Frauen die Hormone von Männern hinnehmen? Warum setzen Sie Frauen in die Verantwortung damit umzugehen, statt Männer in die Verantwortung Grenzen zu kennen?

    "Jedem Tierchen sein Plaisierchen. Aber wo endet normaler sozialer Umgang inklusive harmlosen sexuellen Angeboten und wo beginnt Mißbrauch? Ich mag nicht schwächer einsortiert werden, als ich bin, aber ich will geschützt sein, wenn ich es brauche."

    Was harmlose sexuelle Angebote sind, ist die Entscheidung eines jeden einzelnen. Von Fremden, am Arbeitsplatz sind sie unangebracht und sexualisieren ungewollt.
    Aber Sie wollen, dass Frauen damit umgehen wie Sie - damit sie nicht schwach einsortiert werden.
    Stellen Sie nie in Frage, warum Frauen damit umgehen müssen? Und es vielleicht nicht müssen sollten?

    Man muss nicht psychoanalysieren um ein Muster zu erkennen. Sie wollen nicht als schwach wahrgenommen werden. Deswegen verordnen Sie allen Frauen Stärke. Sie sollen mit Belästigung klarkommen, wenn es nicht gerade ein körperlicher Angriff ist. Vielleicht die Hand auf dem Arsch noch wegschlagen - nur das weitergehende ist dann ein Verbrechen.
    Worte, sexualisiertes Benehmen - Männer sind halt so.

    Nein, sind sie nicht. Das beweisen so viele. Und die anderen sollte man vielleicht nicht entschuldigen.

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  26. Geben Sie doch bitte Ruhe. Sie haben mich durchschaut. Ich würde das küchenpsychologische Belästigung nennen.

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  27. Wie Sie wünschen.
    Es wäre schön gewesen Sie unter jenen zu wissen, die verbessern wollen. Aber diese Perspektive scheint Ihnen nicht eingängig zu sein.

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  28. Liebe Frau Schall,
    es gibt auch digitale Stalker wie diesen Anonym. Sie können das Problem leicht bereinigen, indem sie ihn mit dem Spamfilter als Ganzes rausfiltern. Oder wenn Sie einzelne Posts dieses 'Herrn' als negatives Lehrbeispiel erhalten wollen, einfach alles andere einzeln weglöschen. Meinungsfreiheit beruht immer auf Gegenseitigkeit und Respekt. Beides fehlt hier.
    Mit meinen herzlichsten solidarischen Grüßen!

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  29. Vielen Dank für die Unterstützung. Aber ich laß die Posts stehen. Ein gutes Beispiel für "um jeden Preis das letzte Wort haben wollen". Mit freundlichem Gruß!

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  30. Ich wollte es belassen - aber das ist zu gut geschrieben und zu wichtig:

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/sexismus-frauen-koennen-das-auch-kolumne-a-1176775.html

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  31. Was macht man nun damit? Vielleicht hatte die 14jährige Spaß und praktizierte Abenteuerlust, war verliebt und geschmeichelt - und nennt es erst heute eine schlechte Entscheidung?
    Ist ja auch nicht viel passiert und niemals unter Verwendung von körperlicher Gewalt.
    Warum schüttelt sie es nicht einfach ab? Vielleicht hat sie ihn ja auch erjagt????????

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/roy-moore-senats-kandidat-soll-14-jaehrige-sexuell-belaestigt-haben-a-1177300.html

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