Dienstag, 29. November 2016

Weihnachtsplätzchen auch für die, die nicht backen können

Backwahn, einer der vielen Kosenamen meiner Mutter. Meine Mutter buk nicht, sie backte. Sie fing allerdings erst mit 40 zu kochen an und mit ungefähr 50 überkam sie die Backlust. Brote, Kuchen, herrliche Torten. Experimente, verunglückte Hartholzklumpen, köstliche Cremebomben. Gespräche waren nur selten möglich, denn meistens lief die Küchenmachine und man hatte sowieso den Mund voll. Weihnachten, oder besser Vorweihnachten war ultimate Stresszeit, 70 bis 80 Stollen für Familienmitglieder und Freunde in der ganzen Welt, Originalrezept, ohne Rosinen, koscher, je nach Wunsch. Sie lagen auf einem Tapetentisch, wurden mit zerlassener Butter bestrichen, dann in Backpapier und Küchenhandtücher sorgsam eingewickelt und per Post in alle Welt verschickt. Die Stollen vermisse ich auch sehr.

Butterkekse

Je 250 g Haferflocken, Zucker & Butter.
Haferflocken & Zucker zerreiben, dann die Butter einkneten.
Backbrett mit Mehl bestreuen, Hälfte des Teiges ausrollen, ausstechen, dann den restlichen Teig.
Backblech mit Schrotmehl bestäuben und die Kekse 10 bis 15 Minuten bei mittlerer Hitze backen.
Mhhhhhhhhmmmmmmm!

Vielliebchen

250 g Butter
100 g einfacher Zucker
25 g Vanillezucker
eine gute Prise Salz
300 g Mehl
50 g gehackte Nüsse
miteinander verrühren

(Die doppelte Menge ist besser, sonst werden es zu wenige Vielliebchen.)

Den Teig zwei Stunden im Eisschrank ruhen lassen, dann dünn ausrollen
und mit einem Glas ausstechen. Plätzchen mit verquirltem Ei bestreichen
und kurz abbacken, dann noch warm mit einer Seite in Vanillezucker tunken
Himbeermarmelade auf einen Keks streichen und einen anderen draufsetzen.


Husarenkrapferl






Wiener Vanillekipferl




Lübecker Kokosmakrönchen




Das Wort Plätzchen hat seine Wurzel im lateinischen Placenta - Kuchen und gibt einen feinen Unterschied zwischen Plätzchen und Keksen.

Plätzchen - ein kleines, süßes Gebäck

Früher aßen die feinen Herrschaften zu ihrem Kaffee und Tee gerne kleine Gebäckstücke. Diese waren nicht unbedingt nahrhaft wohl aber sehr zuckerhaltig. Vor allem zu Weihnachten wurden sie hergestellt und mit Konfitüre, Schokolade, Marzipan oder Nüssen verfeinert. Diese Gebäckstücke nannte man Plätzchen. Das Wort geht auf das Lateinische Wort "Plazenta" zurück. Das bedeutet Kuchen. Bis heute wird süßes Hefebrot noch kurz "Platz" genannt. Und diese köstlichen kleinen gebackenen Süßigkeiten erhielten den Namen kleiner Platz: Plätzchen.

Kekse - ein kleines, flaches, haltbares Gebäck

Der Keks ist auf andere Weise zu uns gekommen. Nämlich auf britischen Schiffen: Wenn englische Reisende früher lange auf Schiffen unterwegs waren, gab es eine bestimmte Art Schiffszwieback. Dieses Gebäck war sehr nahrhaft und lange haltbar. Es war unter der Bezeichnung "English cake" bekannt. Im 19. Jahrhundert stellte dann ein deutscher Kaufmann nach englischem Vorbild selber solche "English cakes" her. Und aus cakes wurde Keks.

http://www.wdr.de/tv/wissenmachtah/bibliothek/kekse.php5

http://www.derwesten.de/waz-info/keks-oder-plaetzchen-gute-frage-id2284091.html

Kommentare:

  1. "Kekse - ein kleines, flaches, haltbares Gebäck"

    Diese Definition ist nicht korrekt.
    An Keksen ist gar nix "haltbar".
    Ihre Überlebensdauer in meiner Gegenwart beträgt, je nach Keksmenge, Minuten bis Stunden.

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  2. OH JA!
    Und wenn ich eine Katze wäre, dann so:
    https://www.youtube.com/watch?v=dpIaziz_KfQ

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  3. Ich buk gestern Fertigteig mit meinen Töchtern. Auf der Packung stand:Tante Fanny, das verriet ich ihnen aber nicht....
    Das Ereignis als solches wird ihnen jetzt lebenslang im Kopf herum spuken:Papa buk wunderbar!!! Unvergleichlich!!! Einzigartig!!!
    Sie sind 6 und 8 und alles ist in Ordnung..... muss ich mich jetzt schämen?

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  4. Nicht schämen. Wer zusammen backt, buk, backte ist ein guter Mensch. Böse Menschen kennen keine Plätzchen.

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