Sonntag, 14. Dezember 2014

Der Hobbit - meine Leidenschaft für Phantasy - Filme


We were all orcs in the Great War
Im Großen Krieg (Weltkrieg Nr.1) waren wir alle Orcs. 
J.R.R. Tolkien

Wiki sagt: Das Wort Ork (engl. orc, ork) bezeichnet eine fiktive Art nichtmenschlicher Wesen und leitet sich vermutlich von dem lateinischen Orcus (Unterwelt) her. Im 20. Jahrhundert wurde der Begriff durch J. R. R. Tolkien wiederbelebt. Orks bevölkern seine Phantasywelt Mittelerde und dienen dort den Mächten des Bösen als willige Vollstrecker.

Heute habe ich "The Battle of the Five Armies" gesehen. 


Peter Jacksons Arbeit der letzten 15 Jahre:

An Unexpected Journey 2012
The Desolation of Smaug 2013
The Battle of the Five Armies 2014
The Fellowship of the Ring 2001
The Two Towers 2002
The Return of the King 2003

11 Jahre Kino, sechs Filme mit Überlänge, sechs gigantische, gigantomanische, giganteske Phantasieabenteuer und jetzt, nach fast 15 Jahren sind wir durch, oder? Eigentlich müßten wir, da Bilbo Baggins nun wieder zu Hause im Auenland angekommen ist, aber sich einen winzigen, nur ganz klitzekleinen Blick auf DEN RING nicht verkneifen kann, mit der "Herr der Ringe" Trilogie wieder von vorne anfangen. 
Meine zur Zeit schwer gehbehinderte Mutter hat den Weg ins Kino gewagt und es nicht bereut.
Es war aufregend und begeisternd Peter Jackson über die Jahre dabei zuzugucken, wie er lernte, wie er zunehmend unverschämter wurde, wie er sich von der Beeindruckung durch die Möglichkeiten der digitalen Technik emanzipierte, nicht die Technik hat ihn im Griff, sondern er spielt mit ihr. Drachen sind zutiefst bestürzt, wenn sie sterben, Armeen haben ganz und gar individuelle Bewegungsabläufe, übermenschliche Kräfte werden zu menschlich nachvollziehbaren Anstrengungen. 

Im Netz werden momentan die politischen Überzeugungen, die Herr Tolkien seinen Werken, wahrscheinlich ganz unbewußt, unterlegte, heftigst diskutiert. Und ich bin sicher, er war ein zustimmender, stolzer Bürger des Britischen Empires zur Zeit seiner höchsten Macht, was mich, sofern es die implizierten feudal-hierarchischen Strukturen und selbstsicheren rassistischen Klassifikationen der Völker betrifft, schon beim Lesen der Bücher heftig irritiert hatte. Aber, ja, wieder ein aber, erstens hat Jackson hier einiges getan, um solchen reaktionären Elementen entgegenzusteuern und zweitens trifft für Tolkien zu, was für viele große Talente stimmt, ihre Werke sind schlauer, als ihre persönlichen Ideologien.

Dieser Film hatte warhaft grandiose Momente: den Tod des Drachen, die Choreographie der sehr unterschiedlichen Armeen, den Fluglauf von Legolas über die einstürzende Brücke. Augenschmaus. Und bei Jackson und Tolkien gewinnen immer und immer wieder überraschend, die scheinbar Harmlosen, die Feiglinge aus Lebenslust, die die trotz ihrer Angst, einfach nicht anders können. Der Kasper, der Dumme August wird zum Held. Was macht glücklicher?   

Ich habe Phantasy-, Märchen-, Science Fiction-Filme schon als Kind geliebt, vielleicht gerade weil ich persönlich eher zu langweiligem aber heftigem Realismus neige. Diese Genres reizen Realität und Realismus bis zu ihrer extremsten Möglichkeit aus, und geben mir damit die Chance, Auswege zu suchen oder mir zumindest die schrecklichste Variante vorzustellen, was immer noch besser ist, als visionslos und somit hilflos der Zukunft ausgeliefert zu sein.

Eine wirre und doch ehrliche Liste meiner liebsten Filme dieses Genres:

Georges Méliès drehte Die Reise zum Mond (Originaltitel: Le Voyage dans la Lune) einen frühen Science-Fiction-Film im Jahr 1902.

Metropolis von Fritz Lang, grandioses Kino, gesehen habe ich ihn ursprünglich nur, weil meine Großmutter, eine deutsche Schauspielerin, die durch die Machtübernahme der Nazis zur sprachlosen Emigrantin wurde, darin eine winzige stumme Rolle spielt.

Flash Gordon von 1936 im Kino Camera, damals in der Ruine des "Hauses der Technik" in der Oranienburger Strasse, das später, das jetzt auch nicht mehr existierenden Tacheless wurde, mit Live-Synchronisation von Herrn Korbjuhn, im Zweitberuf Fahrlehrer und Oberschenkeltatscher. Er synchronisierte jeden Angstschrei, jede Äußerung von Wut mit seiner monotonen, völlig ausdruckslosen Stimme. AAAAH! KABOOM! BRRRRA! Sein Englisch war außerdem stark eingeschränkt, was Wunder in einem Land, wo fast niemand reisen durfte. In "My Darling Clementine" von John Ford wurden die Bergarbeiter (Miners) dann halt mal schnell zu Minören.

Fahrenheit 451 Truffaut & Oskar Werner - Bücher brennen, Bücher.

Die Reise in die Urzeit ist ein tschechoslowakischer Film aus dem Jahr 1955 und ich habe ihn mit 12 im Tschechoslowakischen (mitlerweile ein archaisches Wort) Kulturzentrum am Bahnhof Friedrichstrasse gesehen.

Das singende, klingende Bäumchen von 1957, der wahrscheinlich schönste DDR-Kinderfilm.


Nahezu alle russische Märchenfilme und manche der damals neueren tschechischen, wie Drei Haselnüsse für Aschenbrödel

Staub der Sterne, mein eigener Vater als irrer Tyrann, Barbarella läßt grüßen.


Soylent Green, Charlton Heston, der auch im Original der "Planet der Affen" Filme die Hauptrolle spielte, und mit Edward G. Robinson, hier als alter Mann, früher der beste Mafiosi aller Mafiosis.

Die ersten drei Filme der Starwars-Serie.

Die Klapperschlange - Rattlesnake Bliskin, Kurt Russell at his best.


Bladerunner, der beste, der ultimate, der traurigste, natürlich nur der Directors Cut.

Matrix, nur der erste Teil, aber der dafür sehr.

Schöne Neue Welt, 1984, Gattaca, Minority Report und all die anderen notwendigen Dystopien.

Planet of the apes - Prevolution!!!
 

Kommentare:

  1. SOLARIS, Regie: Andrej Tarkowski, 1972

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  2. Ich weiß, dass der in die Liste gehört, muß aber zu meiner Schande gestehen: "Ich bin bei drei Versuchen ihn zu sehen, jedesmal eingeschlafen." Scham.

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  3. "SOYLENT GREEN" habe ich als Teenager ca. 1975 in einem Programmkino in Charlottenburg gesehen, und er hat mich damals tief beeindruckt.
    Vor einer Weile habe ich ihn im TV mal wieder gesehen, fand ich immer noch einen visionären, sehr "schwarzen" Film.

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