Montag, 1. September 2014

Guardians of the Galaxy


DIES IST AUSSCHLIESSLICH FÜR LIEBHABER VON TRASHIGEN CARTOON-VERFILMUNGEN!

Eine Space Opera - Weltraum Oper zum einen, zitatstrotzend & selbstrefferentiell zum andern, die Dialoge sind knapp und witzig, die Verfolgungsjagden und Schlachten so schnell geschnitten, dass selbst das große Kino im Sony-Center zu klein war, um sie wirklich genießen zu können ohne seekrank zu werden. Die Helden: der bekannte coole Taugenichts mit Herz, ein melancholischer Muskelprotz, eine zwielichtige grünhäutige Schönheit (in Avatar war die Haut dieser Schauspielerin blau), ein Waschbär, der sich nicht als Waschbär empfindet und ein Baummensch zum Liebhaben. "I am Groot!"
In etwa: Han Solo, Leia, R2-D2, C-3PO & Chewbacca in Starwars Teil 15.

Die Geschichte habe ich zwar verstanden, aber sie ist letzendlich völlig irrelevant - es gibt etwas, was alle haben wollen, die einen sind böse, die anderen ambivalent und los! 
Die Bösen spielen allerdings so hölzern und bombastisch, dass man denken könnte, sie hätten das Ironie-Memorandum nicht bekommen. Die Helden haben es dagegen gründlich gelesen und geben ihrem Affen Zucker bis dieser diabetesgeplagt um Gnade fleht.
Mein Lieblingsmoment war, als beim klassischen Gang der Heroen in den Endkampf, Gruppengang von vorn schräg rechts aufgenommen, die grüne Dame gähnt, wie von der hundertsten Wiederholung der archetypischen Einstellung ermüdet.
Seit Avatar scheint der Teil Hollywoods, der sich mit der Verfertigung gigantischer Science-Fiction und Phantasy-Filme beschäftigt, wie auf einem überenthusiastischen koksbefeuerten Abenteuertrip zu sein. Was ist noch alles möglich mit dieser irren neuen Technik? Die Geschichten bleiben die alten, wie auch anders, aber von atemlosem Staunen und zitternden Augäpfeln abgelenkt, bemerken wir es noch kaum.
 
Han Solo forever!

Kommentare:

  1. glücklich der, der Zorn kennt:
    https://www.youtube.com/watch?v=MGbUxtdLpFY

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  2. Kann es sein, dass Sie eigentlich die WUT Post kommentieren wollten?

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  3. Ach, warum stehen immer alle auf Han Solo....
    Wahr ist allerdings zugegebenermaßen, dass er eine Fackel entzündet hat im heroischen Dauerlauf der SF und Fantasy Helden, die seitdem von vielen Nachfolgern beiderlei Geschlechts hochgehalten und an neue Plätze getragen wurde, an denen noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist.
    Ich befürchte ernsthaft ich muss mir dieses Trash-Epos ansehen... nach Deiner Beschreibung erst recht.
    Und was die Technik betrifft... ich glaube, dass die Machbarkeit nicht durch sie selbst, sondern durch die Kapazität der menschlichen Sinne limitiert ist. Und das wird ausgelotet werden, bis sie Menschen eher aus dem Kino treibt als hinein. Ich finde auch, dass sie noch ein bißchen in der Pubertät steckt... ey, was geht? Mehr? Lauter? Schneller? Druff!
    Irgendwann wird sie sich in den neuen Welten einpendeln, die zu erschaffen ihr köstlicher Sinn ist.

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  4. Wollen wir nicht alle ein wenig wie Han Solo sein, gelassen unter Druck, witzig noch am Abgrund, heroisch nur unter ständigem Grummeln?

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  5. Ich wollte wie Luke Skywalker sein... und ein Jedi werden.
    Aber ich verstehe dieses Han Solo Ding durchaus, das gebe ich zu!

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  6. So. Jetzt habe ich ihn endlich gesehen. Ich kniee nieder. DAS ist eine Comicverfilmung. Und bei allem Respekt vor allen vorher - die erste, die diesen Namen verdient. Ein Meilenstein. Endlich wird die ganze verfügbare Technik genutzt und damit gespielt. Und mit einer Ästhetik , einer Erzählweise und dem Humor, der an Comics solchen Spaß macht. Die Mischung aus völlig maßlos überhöhtem Ernst und Pathos , der sofort wieder gebrochen wird. Und er hat finde ich überhaupt nichts gemein mit Avatar oder den neuen Batman und Spiderman Verfilmungen , die sich so furchtbar wichtig nehmen, allem noch eine völlig deplatzierte Moral zu geben versuchen und dabei versuchen, eine Vorlage zu etwas zu machen, was sie nicht ist. Genau, Gut und Böse ist gesetzt. das gehört zum Spiel. Und der traut sich endlich mal zu spielen. Der James Gunn. Voll druff.

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