Dienstag, 6. August 2013

Verlaust 2013


      Kinder, ich habe Läuse! Das ist doch nicht zu glauben - ich komme aus dem 

     Urlaub, in Frankreich, zurück - der Kopf juckt - ich denk es ist die Hitze - 
     mehrmaliges Haarewaschen hilft nicht - es juckt immer doller - es fühlt sich 
     an, als würden kleine Hüpfburgen auf meiner Kopfhaut bespielt werden - in 
     mir wächst ein grässlicher Verdacht - ein Freund beginnt sich beim Skypen (!) 
     schon mitzukratzen - da geh ich endlich zum Arzt - UND - die sagt, ich habe 
     Läuse, reißt mir ein Haar aus und zeigt mir winzige kuglige Nissen, die daran 
     kleben, wie Minidisteln. Schock! Läuse? Ich?
     Läuse kenne ich als Gruppenphänomen aus Zeiten im DDR-Kindergarten, wenn 
     im Winter ewig die Mützen durchgeschwitzt wurden. Und selbst da hat es
     mich nie entwischt. Läuse! In irgendeiner Tierdoku wurde mal behauptet,
     dass eine Gruppe von Primaten, die stressfrei miteinander leben will, nicht 
     mehr als 50 Mitglieder haben darf. Bis zu dieser Anzahl kann noch jeder jeden 
     anderen lausen. Und dann zeigten sie Bilder von Gorillas, die sich gegenseitig 
     das Fell durchsuchten und die Fundstücke zwischen den Fingern knackten und 
     aufaßen. Nicht mein Ding.
     Ach, und da ist noch die Laus, die mir manchmal über die Leber rennt. 
     Aber jetzt, so ganz persönlich, auf meinem Kopf?
     Also habe ich mir den Kopf mit Tinktur vollgeschmiert, alle mit mir in Kontakt 
     gekommenen Textilien bei 60 Grad gewaschen, und alle mit mir in Kontakt 
     gekommenen Menschen angerufen und wegen etwaigen Kopfjuckens befragt. 
     (Keinen hat's erwischt!!!)
     Alles nicht wirklich schlimm, aber ein komisches Gefühl bleibt. Dabei sind wir 
     Menschen doch sowieso Gastgeber für Trillionen von anderen Lebewesen. Nur 
     sind die wirklich sehr, sehr klein und jucken meist nicht. Gott sei Dank!
     Und ich kenne ein paar Leute, denen würde ich vielleicht nicht die Pest
     an den Hals, aber nach dieser Erfahrung, Läuse auf den Kopf wünschen!
     Wiki sagt:
     Ein Mensch besteht aus etwa 10 Billionen (1013) Zellen, auf und in ihm 

     befinden sich etwa zehnmal so viele Bakterien.
     Im Mund eines Menschen leben insgesamt etwa
1010 Bakterien.
     Auf der menschlichen Haut befinden sich bei durchschnittlicher Hygiene etwa 

     hundertmal so viele Bakterien, nämlich insgesamt etwa eine Billion, allerdings 
     sehr unterschiedlich verteilt: an den Armen sind es nur wenige tausend, in 
     fettigeren Regionen wie der Stirn schon einige Millionen und in feuchten 
     Regionen wie den Achseln mehrere Milliarden pro Quadratzentimeter. Dort 
     ernähren sie sich von rund zehn Milliarden Hautschuppen, die täglich 
     abgegeben werden, und von Mineralstoffen und Lipiden, die aus den 
     Hautporen abgeschieden werden.  
     99 % aller im und am menschlichen Körper lebenden Mikroorganismen,
     nämlich mehr als 1014 mit mindestens 400 verschiedenen Arten, darunter    

     vorwiegend Bakterien, leben im Verdauungstrakt, vor allem im Dickdarm und
    
bilden die sogenannte Darmflora. 



So sah es bei mir NICHT aus!

ERNSTER RAT AN KINDER
Wo man hobelt, fallen Späne.
Leichen schwimmen in der Seine.
An dem Unterleib der Kähne
Sammelt sich ein zäher Dreck.
An die Strähnen von den Mähnen
Von den Löwen und Hyänen
Klammert sich viel Ungeziefer.
Im Gefieder von den Hähnen
Nisten Läuse; auch bei Schwänen.
(Menschen gar nicht zu erwähnen,
Denn bei ihnen geht's viel tiefer.)
Nicht umsonst gibt's Quarantäne.
Allen graust es, wenn ich gähne.
Ewig rein bleibt nur die Träne
Und das Wasser der Fontäne.
Kinder putzt euch eure Zähne!! 
Joachim Ringelnatz

Kommentare:

  1. Zitiert von Spiegel online:
    Guten Morgen. Heute vor 130 Jahren erblickte der deutsche Schriftsteller, Kabarettist und Maler Joachim Ringelnatz das Licht der Welt. Wir wissen zwar nicht, wie er die Forderung der Grünen nach einem fleischlosen Tag in Kantinen kommentiert hätte, aber einen humorvollen Kommentar zum Thema gibt es von ihm dennoch:
    "Auch die besessensten Vegetarier beißen nicht gern ins Gras."

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  2. Ann Rosa Lux schrieb:
    ...erst abtöten dann auskämmen...... da ich gefärbte haare habe gehen sie nicht drauf ...... mir juckt der kopp..... dabei habe ich dich gar nicht getroffen......

    Johanna Schall
    Meine Haare sind auch gefärbt, aber die sind trotzdem eingezogen.

    Ann Rosa Lux
    ... wie gemein......

    Johanna Schall
    Ja.

    Ann Rosa Lux
    ... ich habe als das kind das hatte das ganze kinderzimmer glaube ich gewaschen 3 tage lang.. ich habe alles gewaschen und in müllsäcke gepackt..... du hast mein mitleid..... in wirklich !!!

    Burkhard Ritter
    Hatte ich auch mal. Da gab es son Mittel, mit dem man sich den Kopf waschen sollte. Hatte meine Frau, als Lehrerin, mitgebracht. Mußten alle ran, einschließlich große wäsche. Bettwäsche usw.

    Mireille Adieu
    nicht nur wäsche, burkhard...alles nichtwaschbare ab in den keller
    zum aushungern oder in die tiefkühltruhe.,...

    Ann Rosa Lux
    p.s. der schädlingbekämper sagte das der sommer lang wird weil die wespen noch neue nester bauen.......

    Skuld Norne
    Mir juckt schon beim Lesen der Kopf. Als Kind, mit langen blonden Zöpfen, gab es an unserer Schule eine Familie, die regelmäßig die ungeliebten Kleintiere in die Klasse mitbrachten. Die Mittel dagegen waren nicht sehr wirksam und es dauerte Woche, ehe die Brut verschwunden war. Von meinen langen Haaren habe ich mich nicht getrennt.

    Armin Gröpler
    Als 5 jähriger hatte ich Läuse. Mein Großvater scherte mir und meinem Bruder einfach eine Glatze. Mit dieser Glatze folgte dann ein Umzug von Köthen nach Dresden. Dort angekommen mit Glatze und einem fremden Dialekt (anhaltinisch) im Kindergarten untergebracht- wurde mir sofort der Spitzname 'Klazngeenisch' (Glatzenkönig) verabreicht und ich vermisste schmerzlich meine Läuse im Haar...

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  3. Widele Wedele
    hinterm Städele
    hat der Bettelmann Hochzeit.
    Pfeift ihms Läusele,
    tanzt ein Mäusele.

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