Sonntag, 5. Mai 2013

Callipygous - einen schönen Hintern haben


Wie nenn ich das gute Teil nur?

Der Allerwerteste klingt behäbig und breit.
Das Gesäß ist schwer, sehr weit unten.  
Der Hintern - sachlich, etwas etwas unzärtlich.
Das Hinterteil ist halt nur eine Ortsangabe.
Die Kehrseite. Von was? Klingt abwertend.
Der Schinken - nö, nö, nö.
Der Po ist gut, aber irgendwie zu kurz.
Der Popo oder, Podex, maximal bis zum 5. Lebensjahr erlaubt.
Die vier Buchstaben - n e i n
Die Glutalregion, nur falls er mal wehtut.
Der verlängerte Rücken, zu verklemmt.
Der Arsch - ja, grob und auch ein Schimpfwort, aber irgendwie...

    Callipygous von altgriechisch kallos, Schönheit + pugē, Pobacken 

    Callipygous = im Besitz eines sehr schönen Hintern seiend.
    Callipygous ist ein englisches Adjektiv, das wir in die deutsche Sprache 
    aufnehmen sollten.


Aphrodite Kallipygos - Aphrodite mit schönem Hintern oder
die Prachthintrige


Nach Buch zwölf der Deipnosophistai von Athenaios geht der Name auf die Geschichte zweier sizilischer Mädchen aus Syrakus zurück. Sie stritten sich, welche von ihnen den schöneren Hintern habe. Ein vorbeigehender junger Mann wurde aufgefordert, als Schiedsrichter darüber zu urteilen. Er entschied für die Ältere und vermählte sich mit 
ihr, sein Bruder heiratete die jüngere der beiden Schwestern. Die Mädchen, die durch 
die Ehen reich geworden waren, errichteten daraufhin einen der Aphrodite geweihten Tempel in Syrakus. Die dort aufgestellte Statue blickte über ihre Schulter und versuchte ihren eigenen Hintern zu sehen.
Quelle: Wiki



Egon Schiele Auf dem Bauch liegender weiblicher Akt, 1917


Der Globus

"Wo sitzt", so frug der Globus leise
und naseweis die weise, weiße
unübersehbar weite Wand,
wo sitzt bei uns wohl der Verstand?
Die Wand besann sich eine Weile,
sprach dann: "Bei dir - im Hinterteile!"
Nun dreht seitdem der Globus leise
sich um und um herum im Kreise -
als wie am Bratenspieß ein Huhn,
und wie auch wir das schließlich tun -
dreht stetig sich und sucht derweil
sein Hinterteil, sein Hinterteil.
Joachim Ringelnatz

Zufallsfund ohne nähere Angaben

 

Kommentare:

  1. Mittlerweile kann ich sagen, dass ich mein unübliches Spezialwissen aus drei Quellen beziehe: Sendung mit der Maus, nächtliche Dokus auf N24 und Dein Blog.
    Wie kommst Du bloß immer auf sowas...?
    Köstlich!

    AntwortenLöschen
  2. Wenn ich nur wüsste, bei wem ich die Bezeichnung Hinterfleisch gelesen habe! Thomas Mann? Wahrscheinlich. Ich finde das Wort verblüffend bildgewaltig und griffig schön trotz einer eigenartigen wunschversagenden Distanziertheit.
    Gesprochen klingt es leider nach Schlachterei und Abwiegen und Einwickeln.

    AntwortenLöschen
  3. B A S S I N - ein französisches Wort, das - habe ich auf ARTE erfahren - den Hintern, den Bauch, das Geschlecht und auch die Oberschenkel umfasst. Also die ganze gute Gegend auf einmal.

    AntwortenLöschen