Dienstag, 6. November 2012

Paul Cézanne - Äpfel und Orangen




YOU CANNOT COMPARE APPLES AND ORANGES?

Du kannst Äpfel nicht mit Orangen vergleichen?  
Im Deutschen sind es Äpfel und Birnen, die unvergleichbar seien sollen. 

"Wie macht er das nur? Er kann nicht zwei Farbtupfen auf eine Leinwand setzen, 
ohne dass es ausgezeichnet ist." Auguste Renoir über Paul Cézanne


Stilleben mit Äpfeln und Orangen
c. 1895—1900, Öl auf Leinwand, 74 x 93 cm
Musée d'Orsay, Paris



Kommentare:

  1. Vergleichen:
    Mich ärgert die Verwechslung von Vergleichen mit Gleichsetzen. Ich kann zwei verschiedene Diktaturen vergleichen, ohne sie gleichzusetzen. Ich kann auch mein Fahrrad mit Rotkäppchen vergleichen.

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  2. http://kulturblogs.de/artefakten/2010/09/17/was-heist-eigentlich-relativieren/

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  3. Ehrlich gesagt... ohne den Titel des Bildes hätte ich alle Früchte für Äpfel gehalten.

    Das ist so eine Sache... you cannot... man kann nicht... natürlich kann man. Man kann erstmal so gut wie alles. Die Frage ist: macht es Sinn? Aber die kann man ja erst beantworten, wenn man es versucht hat.
    Vergleichen ist toll. Denn was bedeutet es? Zu versuchen etwas in Beziehung zueinander zu setzen. Und entweder kommt man dann zu dem Urteil, dass es etwas miteinander zu tun hat oder eben nicht. Die Feststellung ist subjektiv, weil man etwas in völlig unterschiedliche Beziehung setzen kann. Vergleichen, abwägen, Unterschiede und Schnittmengen suchen... so lernen wir. Das gehört mit zu den ersten Mammutaufgaben, die wir haben, wenn wir mit einigermaßen leerer prägbarer Festplatte auf die Welt kommen.
    Wir forschen indem wir miteinander vergleichen. Indem wir uns fragen, was ähnlich ist, ob es ähnlich ist, warum es nicht ähnlich ist, ob das eine mit dem anderen zu tun hat, übertragbar ist, wenn ja wieso, wenn nein, wieso? Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede verfeinern unser Weltbild. Schon wenn wir nichts anderes können als hampeln und brüllen. Nur durch Vergleiche arbeiten wir uns in Details ein. Ein Gesicht ist nicht wie das andere, der rote Ball ist weich, der blaue muss es aber nicht sein... ist dann alles, was rot ist weich und alles blaue nicht? Wir schicken Sonden zu anderen Planeten um unseren einzigartigen vergleichbar zu machen. Die Venus hat einen vollausgebrochenen Treibhauseffekt... wieso und wie effektiv stellen wir den auf der Erde nach? Der Mars hat kein Magnetfeld mehr... wieso und was hält unseres in Gang?
    Vergleichen ist toll. Vergleichen ist lernen. Vergleichen ist forschen. Öttis Fahrrad und Rotkäppchen sind vielleicht angeblich unvergleichliche Äpfel und Birnen... aber wenn man eben doch tut, was man nicht tun soll, dann findet man vielleicht heraus, dass beide schon mal im Wald waren, vielleicht haben sie die gleiche Farbe, vielleicht machen beide Kindern Spaß... vielleicht haben sie sogar gemeinsam, dass in beiden Atome verbaut sind, die schon mal Teil eines Sterns waren.
    Doch, man sollte Äpfel und Birnen vergleichen. Im schlimmsten Fall verschwendet man ein wenig Zeit. Im besten stößt man auf erstaunliches.

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  4. Abgesehen davon, dass ich Deine Kommentare immer spannend finde, muß ich in tiefer Bewunderung feststellen, wie Du es immer, wirklich immer schaffst leichtfüßig das Universum, das All, die Raumfahrt, Sonne, Mond und Sterne in die Argumentation einzubauen. Das ist wahre Passion!!!

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  5. Ja, das gebe ich zu... wobei es oft ein Ritual ist oder Tradition oder einfach tief empfundenes Vergnügen... aber heute war es sehr naheliegend. Mit meiner Vorliebe für den Mars und vorallem die Rover, die wir dorthingeschickt haben, werde ich sehr oft gefragt wie ich diese Geldverschwendung so bewundern kann. Was kümmern uns denn bitte generell das All oder andere Planeten , wo es doch so viel zu regeln gibt auf unserem. Und dann argumentiere ich, mittlerweile routiniert und geschult, auf verschiedenen Ebenen, die viel mit vergleichen zu tun haben. Eine besagt, dass unsere Fragen immer schon nicht auf unseren Planeten beschränkt waren und es die Antworten kaum sein werden. Dass es, egal ob es nun immer positiv ist, in unserer Natur liegt Grenzen neu definieren zu wollen, sobald wir wissen, dass wir sie haben. Aber diesen philosophischen Ansatz wollen die wenigsten mit Milliarden finanziert wissen. Also zieht vorallem das Argument, dass unsere Forschung im All, auf fremden Planeten dem direkten Wissenszuwachs für das Verständnis unseres eigenen Planeten gilt. Von uns. Und auch von unseren Problemen. Wenn man auf etwas einzigartiges beschränkt ist kann man nicht viel darüber sagen, außer dass es in diesem Fall dort so ist. Wenn ich aber herausfinde, wie es woanders ist erweitere ich mein Verständnis. Deswegen sind Reisen so wunderbar. Das Empfinden für Unterschiede und die Erforschung ihrer Gründe schließt Wissen auf.
    Ich habe neulich eine Dokumentation darüber gesehen wie Babys lernen, nach welchen Prinzipien sie ihr neuronales Gerüst aufbauen und die Welt verstehen lernen. Bloß gut, dass wir uns daran nicht mehr erinnern - das muss gigantisch anstrengend sein. Und die vergleichen ganze Obstkörbe und wenden sich dann ausgedehnten Plantagen zu in ihren Schlußfolgerungen. Wenn das so ist und das so, könnte das dritte dann so sein?
    Und man kann auch die Menschheit als ein Baby sehen, das langsam erst begreift wie groß und komplex die Welt ist. Die Prinzipien nach denen wir Wissen anhäufen ändern sich dabei nur im Maßstab. Und je kreativer unsere Ideen für Vergleiche sind, je unmöglicher sie sind und je größer die Unterschiedlichkeit des Obstes, desto erstaunlicheres könnte man dabei herausfinden.

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