Montag, 19. November 2012

Max Beckmann - Was für eine Fresse


Kunst ist eine grausame Angelegenheit, deren Rausch bitter bezahlt werden muß.


Ein Gesicht wie eine Waffe und doch liefert er sich schutzlos dem Betrachter aus.




Selbstportrait 1901


... Ich amüsiere mich oft über meinen eigenen blödsinnig zähen Willen zum Leben und zur Kunst. Ich sorge wie eine liebende Mutter für mich, spucke, würge, stoße, drängle, ich muß leben, und ich will leben. Ich habe niemals bei Gott oder so etwas mich gebückt, um Erfolg zu haben, aber ich würde mich durch sämtliche Kloaken der Welt, durch sämtliche Erniedrigungen und Schändungen hindurchwinden, um zu malen. Ich muß das. Bis auf den letzten Tropfen muß alles, was an Formvorstellung in mir lebt, raus aus mir, dann wird es mir ein Genuß sein, diese verfluchte Quälerei loszuwerden. M. B.

Selbsportrait 1923

Nahaufnahme

Da wir immer noch nicht wissen, was dieses “Ich” wirklich ist, dieses Ego, das dich und mich, jeden in seiner Art bildet, müssen wir tiefer und tiefer in seiner Entdeckung vordringen. Denn das “Ich” ist das größte und verschleiertste Geheimnis der Welt. David Hume und Herbert Spencer haben das “Ich” auf eine Reihe von Vorstellungen zurückgeführt, an deren Ende sie nichts finden können. Nun, ich glaube an das “Ich” in seiner ewigen und unvergänglichen Form, dessen Wege in unbegreiflicher Art unsere Wege sind. Aus diesem Grunde interessiere ich mich für das Individuum, das gesamte sogenannte Individuum, und suche es auf jede Weise zu ergründen und darzustellen. Was bist du? Was bin ich ? Das sind die Fragen, die mich unaufhörlich verfolgen und quälen, aber vielleicht auch zu meiner künstlerischen Arbeit beitragen.

Max Beckmann, seine Zitate und Quotes von: Beitrag von ‘Über meine Malerei’, Vortrag, in den New Burlington Galleries, London, 1938, – “Schriften und Gespräche”, S. 49 -50 

Selbstportrait mit Horn 1938 
© Adagp

 Selbstportrait mit Handschuhen 1948

Kommentare:

  1. Keine Bemerkung über Kunst:
    Ich kann den Kerl, den ich da sehe, nicht ausstehen! ICH-ICH-ICH, okay, das finde ich auch bei Schiele, aber bei Beckman heult oder schreit oder fragt das gezeigte ICH nicht. Hier knallt es mir eitel vor den Latz. Kompakt, klumpig, unsinnlich, eckig. Der verteilt Zensuren. Der weiß alles besser und sowieso schon vorher. Der sollte Parteivorsitzender werden.
    Aber, was er schreibt, wirkt anders auf mich.

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  2. Ich weiß, das frühe Selbstporträt. Aber Beckmann, die Marke, ist wie ein Überschreiben dieses Gesichts und dieser Verfassung.

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  3. Was ich über ihn lese, läßt mich das Tragen einer Maske vermuten.

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  4. Ja, aber die Maske scheint mir verklebt mit dem Kerl. Und dann malt er auch noch ständig diesen polierten lackierten Alpha-Typen.

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