Freitag, 24. Juni 2011

Noch einmal Der unsichtbare Mann - Liu Bolin

Dragon Series 2010

Dragon Series 2010

Hiding in the City 2010

Kommentare:

  1. Erschreckend, dass dieser Mensch sich unsichtbar machen möchte.
    Raffiniert, dass er im Verdeckenden die Spuren legt, um gefunden zu werden.
    Traurig, dass sich einer verbirgt, um entdeckt zu werden.

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  2. Aber auch faszinierend wie genau er vorher betrachten muss wovor er schließlich unsichtbar wird. Eine ganz besondere Aufmerksamkeit. Und die Unsichtbarkeit ist in diesem Fall ja fast eine, zumindest optische, Verschmelzung, ein eins werden mit etwas anderem in den Augen von anderen.
    Ich bin immer wieder sehr beeindruckt von dieser Entkörperlichung.
    Übrigens... vielleicht gefällt Euch ja auch die Arbeit von Julian Beever. Der macht etwas anderes mit Farbe und Perspektive - aber er erzeugt auch eine ganz verblüffende Wirkung damit.
    http://www.julianbeever.net/pave.htm
    (ich mag besonders seine anamorphic illusions, für die muss man ein bißchen 'runterscrollen)

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  3. Alexander Höchst25. Juni 2011 um 09:58

    Ich bin ein Teil von allem und verschmelze damit. Ich bin eins mit mir und meinem Umfeld. Ich löse mich scheinbar auf und passe mich harmonisch an. Nicht ich gestalte die Umwelt, sondern ich verändere mich und nähere mich ihr an. Ich möchte gemeinsam mit ihr aufblühen und vergehen. Ich suche das Glück. Ein sehr schöner Gedanke und in der gefakten Selbstaufgabe verbirgt sich der Blick auf unsere Welt.

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  4. Danke, Silvia, für den Julian Beever-Tipp. Das haut einem ja den Boden weg. Würd ich gern mal real so lange angucken, bis mir schlecht wird. Ein frecher Sohn Magrittes, scheint mir.

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  5. Wow. Darf ich das irgendwann auch posten? Wow!

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  6. Natürlich, ja klar, ich weiß nur nicht ob auf den Beever-Fotos irgendwelche Veröffentlichungsbeschränkungen liegen.
    Ich finde, er hat einfach einen unheimlich schelmischen Humor, neben seinem handwerklichen Können. Das fasziniert mich, wenn Menschen etwas können, mit dem sie, so mitten in der schnöden Realität, für Überraschungen sorgen. Wenn sie Ideen haben, die so ungewöhnlich sind, dass sie unsere Sehgewohnheiten kippen und wenn diese Ideen stark genug sind der Wirklichkeit ein Schnippchen zu schlagen. Solche Talente, bei denen man staunt wie ein Kind.
    Darf ich Eure Aufmerksamkeit vielleicht noch auf die junge Künstlerin Alexa Meade lenken? Sie verwandelt Menschen... in zweidimensionale Ölbilder...
    http://www.alexameade.com/portfolio.html

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  7. zu Meade:
    In einer realen Umgebung ist das, ahne ich, nicht nur verblüffend. Vielleicht bestürzend. Irgenwie hat das mit Totmachen zu tun.
    Bei Beever werden Dinge scheinbar real, bei Meade wird Lebendiges zum Ding.

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  8. Das stimmt genau... sie geht den umgekehrten Weg, sie klaut gewissermaßen eine Dimension, die uns Menschen sonst zu eigen ist. Manchmal stellt sie auch aus... als Installation... eine unglaubliche Anstrengung für das betreffende Model. Real oder im Film ist der Effekt aber nicht so ausgeprägt. Der Blitz beim fotografieren ist ihr Helfer... er ist es, der da die Dimension nochmal ganz drastisch reduziert und die Effekte der Farbe voll zur Geltung bringt.
    Deswegen ist die reale Betrachtung eine etwas andere, nicht ganz so drastisch oder bestürzend wie die Fotos suggerieren. Mehr Neugierde, aber auch ein bißchen Verlegenheit, weil man ja das Lebewesen unter der Farbe direkt vor sich hat. Das Foto gibt die Perspektive vor, auf Ausstellungen darf der Betrachter damit spielen... und genau das ist meist auch die Reaktion.
    Meade sagt übrigens, bei ihr hat das alles mit einer Faszination für Schatten begonnen. Sie sah einen Baum, der sich in der Sonne perfekt auf dem Rasen abgebildet hat - und dann ist sie hingegangen und hat die Grashalme mit schwarzer Farbe angemalt um den Schatten zu fixieren. Das brachte sie auf die Idee auf Menschen und Dingen nach deren Schatten zu suchen. Sie fing an die Schattenstrukturen mit Farbe direkt auf Mensch und Objekt nachzumalen. So entstand die Idee zu dieser Art "Bildern".

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